Holocaust-GedenktagSchmerzhafte Fragen an das „Gedächtnistheater“

Lesezeit: 4 Min.

Bequeme Botschaft, aber unbeabsichtigt: Marcel Reif wird 2024 nach seiner Rede zum Holocaust-Gedenktag von Bundestagspräsidentin Bärbel Bas umarmt.
Bequeme Botschaft, aber unbeabsichtigt: Marcel Reif wird 2024 nach seiner Rede zum Holocaust-Gedenktag von Bundestagspräsidentin Bärbel Bas umarmt. Ebrahim Noroozi/AP

Nicht nur am Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus offenbart sich: Das „Nie wieder“ ist zu einer Phrase geworden. Die Autorin Susanne Siegert zeigt, wie sich das Gedenken verändern muss.

Rezension von Thomas Radlmaier

Als Marcel Reif zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus 2024 im Bundestag ans Pult trat, ahnte er noch nichts vom Nachhall seiner Rede, genauer von drei Wörtern aus seiner Rede. Der ehemalige Fußballkommentator erzählte, wie sein Vater Leon, ein polnischer Jude, die Shoah nur deshalb überlebt hatte, weil ihn ein deutscher Industrieller als Facharbeiter einstufte und so vor der Deportation bewahrte. Im Bundestag überlieferte Marcel Reif das Vermächtnis seines Vaters:  „Sej a Mensch“, zitierte ihn der Sohn auf Jiddisch. „Sei ein Mensch“.

Zur SZ-Startseite

Historie
:Was war, darf nie wieder sein

Die Erinnerung an die Verbrechen des Nationalsozialismus muss heute so widerständig sein wie lange nicht mehr. Verschwindet sie, versiegt eine Quelle der deutschen Demokratie. Folge 1 einer vierteiligen Serie zum 80. Jahrestag des Kriegsendes am 8. Mai 1945.

SZ PlusEin Essay von Thomas Radlmaier

Lesen Sie mehr zum Thema

  • Medizin, Gesundheit & Soziales
  • Tech. Entwicklung & Konstruktion
  • Consulting & Beratung
  • Marketing, PR & Werbung
  • Fahrzeugbau & Zulieferer
  • IT/TK Softwareentwicklung
  • Tech. Management & Projektplanung
  • Vertrieb, Verkauf & Handel
  • Forschung & Entwicklung
Jetzt entdecken

Exklusive Gutscheine für SZ-Abonnenten: