Debatte um Abtreibungsrecht:Bewaffneter wollte offenbar Supreme-Court-Richter töten

Lesezeit: 1 min

Debatte um Abtreibungsrecht: Polizisten schützen das Haus von Brett Kavanaugh. Gegen das bevorstehende Urteil protestieren zahlreiche Menschen auch vor den Privatadressen der Supreme-Court-Richter.

Polizisten schützen das Haus von Brett Kavanaugh. Gegen das bevorstehende Urteil protestieren zahlreiche Menschen auch vor den Privatadressen der Supreme-Court-Richter.

(Foto: Kevin Dietsch/AFP)

Ein 26-Jähriger regt sich über die Haltung des Obersten Gerichtshofs der USA zu Schwangerschaftsabbrüchen auf. Er plant einen Anschlag auf den konservativen Richter Brett Kavanaugh, ruft dann aber selbst die Polizei.

Die Polizei hat vor dem Haus von Brett Kavanaugh, einem Richter am Supreme Court, einen Bewaffneten festgenommen, der sich nun wegen eines versuchten Tötungsdelikts verantworten muss. "Der Mann war bewaffnet und hatte Drohungen gegen Richter Kavanaugh ausgesprochen", teilte eine Sprecherin des Obersten Gerichts in Washington mit.

Die zuständige Staatsanwaltschaft im angrenzenden Bundesstaat Maryland teilte mit, der 26-Jährige habe unter anderem eine Pistole mit zwei Magazinen, zusätzliche Munition, Pfefferspray, einen Hammer und Kabelbinder mit sich geführt. Ihm wird die versuchte Tötung eines US-Richters zur Last gelegt, worauf bei einer Verurteilung bis zu 20 Jahre Haft stehen könnten, wie die Staatsanwaltschaft weiter mitteilte.

Der aus Kalifornien stammende Verdächtige war demnach am Mittwoch in den frühen Morgenstunden mit einem Taxi zum Haus Kavanaughs im Vorort Chevy Chase gefahren. Als er dort zwei Polizisten gesehen habe, sei er in anderer Richtung fortgegangen. Kurze Zeit später rief der Mann demnach die Polizei an und erklärte, er führe eine Waffe bei sich und erwäge einen Suizid. Polizisten nahmen ihn wenig später fest, wie es weiter hieß. Nach der Festnahme erklärte der Mann demnach, dass er sich über die Rolle des Obersten Gerichtshofs in der Debatte über das Recht auf Abtreibung und über das jüngste Massaker an einer Schule in Texas aufrege. Dabei wurden 19 Kinder und zwei Lehrerinnen erschossen.

Debatte um Abtreibungsrecht: Noch von Trump nominiert: Richter Kavanaugh gilt als besonders konservativ.

Noch von Trump nominiert: Richter Kavanaugh gilt als besonders konservativ.

(Foto: Jonathan Ernst/REUTERS)

Im vergangenen Monat war der Entwurf einer Urteilsbegründung des Supreme Courts bekannt geworden, wonach das relativ liberale Abtreibungsrecht des Landes bald Geschichte sein könnte. Demnach könnte der Oberste Gerichtshof demnächst sein Grundsatzurteil zu Abtreibungen von 1973 kippen. Der Entwurf wurde nach einem Bericht des Magazins Politico unter anderem von Kavanaugh unterstützt.

Der konservative Richter war 2018 vom damaligen US-Präsidenten Donald Trump nominiert worden. Der Bericht hatte unter Abtreibungsbefürwortern einen Aufschrei ausgelöst und Proteste in diversen US-Städten nach sich gezogen. US-Justizminister Merrick Garland hatte im vergangenen Monat den Schutz für Richter am Obersten Gerichtshof verstärkt. Mit Blick auf die Festnahme sagte Garland nun, Gewaltandrohungen und tatsächliche Gewalt gegen Supreme-Court-Richter zielten "auf das Herz unserer Demokratie" ab und würden nicht toleriert.

Zur SZ-Startseite

Konservative USA
:Sind Abtreibungsverbote nur der Anfang?

Das Recht auf Schwangerschaftsabbruch wankt in den USA. Linke befürchten, dass die Konservativen auch den Zugang zu Verhütungsmitteln und die Ehe für Alle einschränken.

Lesen Sie mehr zum Thema

Süddeutsche Zeitung
  • Twitter-Seite der SZ
  • Facebook-Seite der SZ
  • Instagram-Seite der SZ
  • Mediadaten
  • Newsletter
  • Eilmeldungen
  • RSS
  • Apps
  • Jobs
  • Datenschutz
  • Abo kündigen
  • Kontakt und Impressum
  • AGB