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Anschlag in Sultanahmet:Anschlag in Istanbul - Türkei in Angst

Polizisten sichern den Ort des Anschlags in Istanbul.

(Foto: AFP)

Die Attacke im Touristenviertel Sultanahmet führt vor Augen, wie verwundbar die Türkei geworden ist. Zweifel an den Sicherheitsbehörden wachsen.

Kommentar von Mike Szymanski, Istanbul

Erst Suruç, dann Ankara und nun Istanbul. Zum dritten Mal binnen einem halben Jahr, so sieht es aus, trifft die Terrormiliz Islamischer Staat die Türkei. Mitten im Touristenviertel der Stadt am Bosporus, in Sultanahmet, sprengte sich am Dienstag nach Regierungsangaben ein syrischer Selbstmordattentäter in die Luft und tötete mindestens zehn Menschen. Die Attacke führt auf schmerzliche Weise vor Augen, wie verwundbar das Land geworden ist.

In Ankara hatten die Terroristen einen Friedensmarsch am Hauptbahnhof ins Visier genommen. Sie gelangten mit ihrem Sprengstoff mühelos bis ins Zentrum der Hauptstadt. In Istanbul konnte sich der Täter vor den weltberühmten Sehenswürdigkeiten Hagia Sophia und Blaue Moschee in die Luft jagen.

Der Sicherheitsapparat, im Frühjahr 2015 noch mit strengeren Polizeigesetzen im Kampf gegen Regierungsgegner ausgestattet, wird sich die Frage gefallen lassen müssen, warum die Attentäter immer wieder ein so leichtes Spiel haben.

In Ankara waren eklatante Sicherheitslücken und Nachlässigkeit offenkundig geworden. Im Grenzgebiet zu Syrien können sich Mordkommandos frei bewegen, um auf türkischem Boden die Gegner des Islamischen Staates hinzurichten.

Spätestens nach Istanbul stellt sich die Frage, inwieweit das Versagen System hat. Die Folgen für das Land sind jedenfalls verheerend. Die Angst herrscht.

© SZ.de/gal
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