Südostasien Viele Tote in Myanmar

Bei Kämpfen zwischen muslimischen Rohingyas und der Polizei sind mindestens 71 Menschen getötet worden. Vor knapp einem Jahr ist der seit fast 70 Jahren andauernde Konflikt zwischen der Minderheit und der Regierung wieder aufgeflammt.

Bei Angriffen muslimischer Rebellen auf mehrere Grenzposten im Westen Myanmars sind 89 Menschen getötet worden. Etwa 150 Aufständische der muslimischen Minderheit der Rohingya hätten am Freitagmorgen mehr als 20 Polizeiposten im Bundesstaat Rakhine attackiert, teilte das Militär mit. Nach Angaben von Myanmars De-facto-Regierungschefin Aung San Suu Kyi wurden 77 Angreifer und zwölf Sicherheitskräfte getötet. Die Angreifer waren nach Angaben von Armeechef Min Aung Hlaing mit Schusswaffen und selbstgebauten Sprengsätzen bewaffnet. In Rakhine leben etwa eine Million Rohingya. Die in Armut lebenden Muslime gelten als eine der am meisten verfolgten Minderheiten der Welt. Weite Teile der buddhistischen Mehrheit betrachten sie als illegale, staatenlose Einwanderer aus Bangladesch, obwohl viele von ihnen seit Generationen in Myanmar leben. Erst am Donnerstag hatte eine UN-Kommission unter Leitung des früheren UN-Generalsekretärs Kofi Annan der Regierung in Myanmar empfohlen, das Gesetz zu überprüfen, das Rohingyas keine Staatsbürgerschaft zugesteht. Man müsse ihnen mehr Rechte zugestehen, um eine Radikalisierung zu verhindern. Annan rief zu einem Gewaltverzicht auf und forderte die Sicherheitskräfte zur Zurückhaltung auf.