Südkorea Südkoreas Ex-Präsidentin Park in Untersuchungshaft

Die Staatsanwaltschaft befürchtet, dass die wegen Korruptionsvorwürfen entmachtete Politikerin Beweise vernichtet.

Die frühere Präsidentin von Südkorea, Park Geun Hye, ist wegen ihrer Rolle in einem Korruptionsskandal verhaftet worden. Damit hat das Bezirksgericht in Seoul dem geforderten Haftbefehl der Anklage stattgegeben. Sie hatte befürchtet, dass Park Beweise vernichtet.

Die Staatsanwaltschaft wirft der Ex-Präsidentin Erpressung, Bestechlichkeit und Amtsmissbrauch vor. Am Donnerstag war die 65-Jährige neun Stunden lang zu den Vorwürfen befragt worden. Sie soll gemeinsam mit ihrer Vertrauten Choi Soon Sil und einem ihrer Regierungsberater an der Erpressung mehrerer Unternehmen beteiligt gewesen sein, darunter auch Samsung.

Vertraute und Park sollen sich bereichert haben

Die Firmen seien gezwungen worden, umgerechnet 63,7 Millionen Euro an zwei Nichtregierungsorganisationen zu spenden, die Choi kontrollierte und über die sie sich persönlich bereichert haben soll. Die Unternehmen erklärten den Ermittlern, dass sie aus Angst vor Nachteilen bei der Vergabe von staatlichen Aufträgen oder Steuerprüfungen nicht ablehnen hätten können. Außerdem soll sich Choi in Regierungsgeschäfte eingemischt haben. Beide Frauen bestreiten ein Fehlverhalten.

Zu Beginn des Monats war Park aufgrund der Enthüllungen ihres Amtes enthoben worden und hat damit ihre Immunität verloren. Die Staatsanwaltschaft kann Park bis zu 20 Tage in Untersuchungshaft nehmen, bevor sie Anklage erhebt.

Park Geun-hye Südkoreas Präsidentin Park des Amtes enthoben

Seoul

Südkoreas Präsidentin Park des Amtes enthoben

Wegen ihrer Kungeleien mit Wirtschaftsbossen wird Park nun vermutlich angeklagt. Bei Demonstrationen gegen die Amtsenthebung kommen zwei Menschen ums Leben.   Von Christoph Neidhart, Tokio