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Südafrikas Friedensnobelpreisträger:Bischof Tutu reist nun doch zu Mandelas Begräbnis

Desmond Tutu, Freund und Unterstützer Nelson Mandelas

(Foto: AFP)

Der südafrikanische Friedensnobelpreisträger und frühere Erzbischof Desmond Tutu nimmt entgegen früherer Berichte doch an der Beisetzung seines Freundes Nelson Mandela teil. Zuvor hatte er erklärt, nicht eingeladen zu sein.

Der frühere Erzbischof und Friedensnobelpreisträger Desmond Tutu wird nun doch an der Beisetzung von Nelson Mandela teilnehmen. Tutu werde am Sonntagmorgen in Mandelas Heimatort Qunu reisen, um dem Begräbnis von Südafrikas ehemaligem Präsidenten beizuwohnen, teilte sein Büro am Samstagabend mit.

Der langjährige Weggefährte Mandelas hatte zuvor erklärt, er sei zur Beisetzung nicht eingeladen. "Ich hätte mir sehr gewünscht, an der Beerdigung teilzunehmen, um jemanden zu verabschieden, den ich liebte und schätzte. Aber es wäre respektlos, uneingeladen zu kommen", war Tutu zitiert worden. Wieso er nun doch zur Beerdigung fahren will, war zunächst nicht bekannt.

Die ursprüngliche Absage hatte Spekulationen befördert, der Friedensnobelpreisträger sei wegen seiner Kritik an Präsident Jacob Zuma und der Regierungspartei Afrikanischer Nationalkongress (ANC) von der Zeremonie ausgeschlossen worden. Zeitungen hatten vermutetet, er sei aus politischen Gründen nicht eingeladen worden: Tutu kritisierte in den vergangenen Jahre offen die ANC.

Tutu, der in Südafrika wegen seiner Rolle bei der Überwindung der Rassentrennung verehrt wird und als moralisches Gewissen seines Landes gilt, war schon bei der offiziellen Trauerfeier für Mandela im Stadion von Soweto am Dienstag an den Rand gedrängt worden. Er hatte während des Apartheit-Regimes lautstark dafür gekämpft, dass Mandela aus dem Gefängnis entlassen wurde.

Mandela war am vorvergangenen Donnerstag nach langer Krankheit im Alter von 95 Jahren gestorben. In den vergangenen drei Tagen haben 100.000 Südafrikaner an seinem offenen Sarg in Pretoria von ihrem Nationalhelden Abschied genommen. Der Leichnam des früheren südafrikanischen Präsidenten war am Samstag nach Qunu überführt worden. Für Sonntagmorgen war in Qunu eine Trauerfeier mit 5.000 Gästen geplant. Danach soll der Anti-Apartheidskämpfer im kleinsten Kreis auf dem Familienfriedhof in Qunu beigesetzt werden, wo bereits seine Eltern und drei seiner Kinder ihre letzte Ruhestätte fanden.

Tausende Menschen säumten singend und tanzend die Route des Leichenwagens schon Stunden vor seiner Ankunft. Mandelas Sarg war auf seinem Weg nach Qunu in die südafrikanische Flagge gehüllt.

© Süddeutsche.de/AFP/dpa/kjan/ebri/geu

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