In Südafrika rückt ein Ende der Alleinregierung des Afrikanischen Nationalkongresses (ANC) und damit erstmals seit 1994 die Bildung einer Koalition näher. Nach Auszählung von über 60 Prozent der Stimmen entfielen am Freitag davon auf den ANC knapp 42 Prozent. Bei der Parlamentswahl 2019 hatte die Partei von Präsident Cyril Ramaphosa mit 57,5 Prozent noch eine deutliche absolute Mehrheit erreicht. Die Aufmerksamkeit der Beobachter richtet sich damit auf die potenziellen Koalitionspartner. Die Wahlkommission strebt an, am Sonntag das endgültige Ergebnis der Abstimmung vom Mittwoch zu verkünden.
Der ANC hat nach eigenen Angaben noch keine Fühler zu möglichen Partnern ausgestreckt. Die Parteispitze müsse erst den Wahlausgang beraten, außerdem müssten Parteigremien konsultiert werden, sagte die stellvertretende ANC-Generalsekretärin, Nomvula Mokonyane. Trotz der historischen Verluste ist Ramaphosas Amt als ANC-Präsident und damit auch als Präsident des Landes offenbar nicht gefährdet. "Niemand wird zurücktreten", sagte Mokonyane.