Eine Untersuchungskommission der Vereinten Nationen sieht in dem Vorgehen der paramilitärischen „Rapid Support Forces“ (RSF) im Krieg im Sudan Anzeichen für einen Genozid. Die Miliz sei für eine koordinierte Zerstörungskampagne gegen nicht arabische Volksgemeinschaften in und um die Stadt Al-Faschir verantwortlich, deren Merkmale auf Völkermord hindeuteten, teilte die Kommission in Genf mit. Gesammelte Beweise belegten, dass mindestens drei grundlegende Handlungen des Völkermords begangen worden seien, hieß es. Zu diesen Taten gehören die Tötung von Angehörigen einer ethnischen Gruppe, die Zufügung schwerer körperlicher und seelischer Schäden sowie die vorsätzliche Schaffung von Lebensbedingungen, die auf die vollständige oder teilweise physische Zerstörung der Gruppe abzielen. In ihrem Bericht an den UN-Menschenrechtsrat kommt die Untersuchungskommission zu dem Schluss, dass die Absicht zum Genozid die einzige tragfähige Schlussfolgerung sei. In öffentlichen Erklärungen habe die RSF ausdrücklich die Auslöschung nicht arabischer Gemeinschaften, insbesondere der Zaghawa und Fur, gefordert. „Das Ausmaß, die Koordination und die öffentliche Billigung der Operation durch die Führungsspitze der RSF zeigen, dass die in und um Al-Faschir begangenen Verbrechen keine zufälligen Kriegsauswüchse waren“, erklärte Mohamed Chande Othman, Vorsitzender der Untersuchungskommission. „Sie waren Teil einer geplanten und organisierten Operation, die die charakteristischen Merkmale eines Völkermords aufweist.“ Al-Faschir war im Oktober 2025 nach eineinhalb Jahren Belagerung an die RSF-Miliz gefallen. Anschließend drangen Berichte über Gräueltaten und Massaker mit Tausenden nach außen. Die Stadt war die letzte Bastion der Armee in der westsudanesischen Region Darfur. Im Sudan war im April 2023 ein Machtkampf zwischen der Armee und der RSF-Miliz eskaliert. Seitdem sind große Teile des nordostafrikanischen Landes von Kämpfen betroffen. Der Krieg hat eine der schwerwiegendsten humanitären Krisen der jüngeren Vergangenheit ausgelöst. Millionen von Menschen wurden durch die Gewalt vertrieben.
SudanUN-Kommission geht von Genozid aus
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