SudanRSF-Miliz ruft einseitige Waffenruhe aus

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Mohammed Hamdan Dagalo, auch bekannt unter dem Namen Hemeti - ist Chef der RSF (Archivbild aus dem Jahr 2023).
Mohammed Hamdan Dagalo, auch bekannt unter dem Namen Hemeti - ist Chef der RSF (Archivbild aus dem Jahr 2023). MOHAMED NURELDIN ABDALLAH
  • Die paramilitärischen Rapid Support Forces (RSF) rufen eine dreimonatige humanitäre Waffenruhe aus, nachdem US-Präsident Trump Vermittlungsbemühungen angekündigt hatte.
  • Der sudanesische Armeechef al-Burhan lehnt den Waffenruhe-Vorschlag ab, solange die Vereinigten Arabischen Emirate in die Verhandlungen einbezogen werden.
  • Die UN bezeichnen die Lage im Sudan als größte humanitäre Krise der Welt mit mehr als zwölf Millionen Flüchtlingen und 26 Millionen hungergefährdeten Menschen.
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Nach der Intervention der USA stimmt die paramilitärische Gruppe einer dreimonatigen Feuerpause zu. Der sudanesische Militärchef hat den Vorschlag der Vermittler bereits abgelehnt.

Im sudanesischen Bürgerkrieg haben die paramilitärischen Rapid Support Forces (RSF) eine dreimonatige humanitäre Waffenruhe ausgerufen. Dies geschehe aufgrund der internationalen Bemühungen, insbesondere denen von US-Präsident Donald Trump, erklärte RSF-Anführer Mohammed Hamdan Dagalo am Montag in einer Rede. Die Feuerpause ist offenbar einseitig: Der sudanesische Machthaber und Armeechef Abdel Fattah al-Burhan hatte einen ähnlichen Vorschlag am Sonntag abgelehnt. Eine aktuelle Stellungnahme des Militärs liegt nicht vor.

Trump hatte vergangene Woche auf Bitten des saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman angekündigt, auf ein Ende des Bürgerkrieges hinzuwirken. Die USA, Saudi-Arabien, Ägypten und die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) haben einen Plan für eine dreimonatige Waffenruhe mit anschließenden Friedensgesprächen ins Spiel gebracht. Die RSF hatten dem zwar zugestimmt, kurz darauf jedoch Drohnenangriffe auf Stellungen der Armee gestartet.

Machthaber al-Burhan will einer Waffenruhe nicht zustimmen, solange die VAE in die Verhandlungen einbezogen werden, sagte er am Sonntag. Gleichzeitig lobte er den saudischen Kronprinzen Bin Salman für dessen Bemühungen. Der Sudan wirft den Emiraten vor, die RSF-Miliz seit Beginn des Konflikts mit Waffen unterstützt zu haben. UN-Experten und Diplomaten sehen dafür auch Belege, die VAE weisen die Vorwürfe zurück. Nach UN-Angaben wurden etwa 40 000 Menschen seit Ende Oktober durch Gewalt in der Region Kordofan vertrieben.

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Den RSF werden Massenmorde, Vergewaltigungen und ethnisch motivierte Vertreibungen vorgeworfen. Amnesty International hat beispielsweise weitere Augenzeugenberichte aus der Stadt al-Faschir in der Region Darfur zusammengetragen. Überlebende hätten berichtet, dass Kämpfer der RSF-Miliz bei der Einnahme der Stadt unbewaffnete Männer hingerichtet und Dutzende Frauen und Mädchen vergewaltigt hätten, teilte die Menschenrechtsorganisation mit. Ganze Gruppen von Männern seien Zeugenaussagen zufolge erschossen, geschlagen oder als Geiseln gefangen genommen worden. Die RSF-Miliz hatte al-Faschir nach monatelanger Belagerung Ende Oktober eingenommen. Auch der sudanesischen Armee werden Kriegsverbrechen vorgeworfen, etwa Bombardements auf zivile Ziele.

Die UN bezeichnen die Lage im Sudan als größte humanitäre Krise der Welt. Mehr als zwölf Millionen Menschen sind auf der Flucht. Nach einer von den USA zitierten Schätzung könnten seit Ausbruch des Konflikts im April 2023 bis zu 150 000 Menschen ums Leben gekommen sein. Etwa 26 Millionen Menschen, gut die Hälfte der Bevölkerung, sind von Hunger bedroht.

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