Sudan Berichte: Putschversuch gegen sudanesische Militärregierung

Im Sudan soll es einen Putschversuch gegeben haben. Das berichtet das Staatsfernsehen. Angeblich sollte dadurch die kürzliche Einigung mit der Opposition blockiert werden.

Im Sudan hat es offenbar einen Putschversuch gegen die amtierende Militärregierung gegeben. Das berichten übereinstimmend die Nachrichtenagenturen AP und AFP, die sich auf das Staatsfernsehen beziehungsweise auf Militärvertreter berufen. Der Umsturzversuch, der offenbar aus den eigenen Reihen kam, sei durch das sudanesische Militär vereitelt worden, teilte der Leiter des Sicherheitskomitees des militärischen Übergangsrats, Dschamal Omar Ibrahim, später mit. Mindestens 16 Soldaten sollen festgenommen worden sein. Nach den Anführern der Putschversuches und einigen anderen Militärs werde noch gesucht.

Das Ziel der Putschisten sei es gewesen, die kürzlich erzielte Einigung zwischen der Militärregierung und der Opposition über die Bildung einer Übergangsregierung in dem nordostafrikanischen Land zu blockieren. Das Militär im Sudan hatte erst im April den langjährigen Präsidenten Omar al-Baschir gestürzt und selbst die Macht übernommen. Erst vergangene Woche hatten der Militärrat und die Protestbewegung im Sudan eine Einigung darüber erzielt, wie das afrikanische Land in Zukunft regiert werden soll. Demnach soll es eine dreijährige Übergangszeit geben, in der ein souveränen Rat aus fünf Zivilisten und fünf Militärs regieren soll. Nach Ablauf der 39-monatigen Übergangszeit soll es freie Wahlen geben.