Rund 5,9 Millionen Flüchtlinge aus dem Sudan müssen laut dem UN-Hilfswerk UNHCR in diesem Jahr versorgt werden. Die Menschen suchten Nahrung, Unterkunft und Schutz in sieben Nachbarländern, sagte der UNHCR-Regionaldirektor für das östliche Afrika, Mamadou Dian Balde, am Dienstag in Genf. Das UNHCR und 123 Partnerorganisationen bräuchten 1,6 Milliarden US-Dollar (1,35 Milliarden Euro), um die Unterstützung bis Ende des Jahres zu finanzieren, sagte Balde. Jede Woche flüchteten Tausende weitere Menschen vor den Kämpfen in etlichen Teilen des Landes. Der Sudan bleibe weltweit die größte Vertriebenenkrise und international die schlimmste humanitäre Situation. In dem nordostafrikanischen Land eskalierte im April 2023 ein Machtkampf zwischen der regulären Armee und der Miliz „Rapid Support Forces“ (RSF). Die Kriegsparteien ringen um die Herrschaft in dem rohstoffreichen Land und erhalten Nachschub aus dem Ausland. UN-Ermittler werfen beiden Seiten Kriegsverbrechen vor. So ging unter anderem die Einnahme der Großstadt Al-Faschir in Darfur durch Milizen im Herbst ging mit schwerster Gewalt einher. Das UN-Menschenrechtsbüro gab vergangene Woche in Genf Zahlen dazu bekannt. Paramilitärs haben demnach schwere Kriegsverbrechen und möglicherweise Verbrechen gegen die Menschlichkeit begangen. Mehr als 6000 Menschen seien binnen drei Tagen getötet worden, als die Rapid Support Forces (RSF) und verbündete arabische Milizen im Oktober die Großstadt Al-Faschir in Darfur einnahmen, teilte das UN-Menschenrechtsbüro mit. Grundlage des Berichts sind Interviews mit mehr als 140 Opfern und Zeugen. Innerhalb von Al-Faschir seien in den drei Tagen mindestens 4400 Menschen ums Leben gekommen, weitere mehr als 1600 entlang von Fluchtrouten. Die tatsächliche Zahl der Opfer während der einwöchigen Offensive dürfte deutlich höher liegen.
SudanFast sechs Millionen Flüchtlinge auf Hilfe angewiesen
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