In der sudanesischen Unruheregion Darfur haben Rebellen nach eigenen Angaben 52 Soldaten der Vereinten Nationen (UN) in ihre Gewalt gebracht. "Wir halten die Unamid-Soldaten fest, weil sie ohne Erlaubnis in unser Territorium eingedrungen sind", sagte Gibreel Adam Bilal, ein Sprecher der Rebellengruppe Bewegung für Gerechtigkeit und Gleichheit (JEM), am Montag.
Außerdem seien die UN-Blauhelmsoldaten in Begleitung dreier Sudanesen gewesen, die verdächtigt würden, für den Geheimdienst zu arbeiten. Es werde befürchtet, dass die UN-Soldaten mit dem Geheimdienst zusammenarbeiteten, um das Gebiet der Rebellen auszuspähen. Sollte sich das bewahrheiten, würden die Rebellen die Vereinten Nationen auffordern, die Führung des Unamid-Einsatzes zu entlassen, sagte Bilal. Die meisten festgehaltenen Blauhelm-Soldaten stammen seinen Angaben zufolge aus Senegal, einige aus Jemen und Ghana.
Eine Sprecherin der von Afrikanischer Union und UN gestellten Truppe wollte sich dazu nicht äußern. Sie sagte lediglich, es gebe seit Sonntag ein Problem, mit dessen Lösung man sich befasse. In der westlichen Region Darfur kämpfen nichtarabische Aufständische seit 2003 gegen die Zentralregierung in Khartum. Sie werfen ihr vor, die Region wirtschaftlich und politisch an den Rand gedrängt zu haben.
Die Regierung hat eigene Soldaten und überwiegend arabische Milizen mobilisiert, um den Aufstand niederzuschlagen. Nach Schätzungen der UN wurden seit Beginn der Kämpfe 300.000 Menschen getötet.
Die JEM gehört einer Allianz sudanesischer Rebellen an, die seit Jahren in Darfur und im Süden des Landes versuchen, die Regierung von Präsident Omar Hassan al-Baschir zu stürzen. Die internationalen Bemühung um Frieden wurden bislang durch die Kämpfe und die Zersplitterung der Rebellenbewegung behindert.
Zwar ließen die Kämpfe nach, doch in einigen Gegenden ist das schiere Chaos ausgebrochen: Angriffe von Banden, Milizen und Stammesgruppen häufen sind seit einigen Jahren. Der Internationale Strafgerichtshof wirft Präsident Baschir vor, die Verantwortung für Völkermord und andere Verbrechen in der Region zu tragen. Die Regierung weist die Vorwürfe zurück.