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Stuttgart:Sieger gesucht

Der CDU-Kandidat liegt überraschend klar vorn, doch das reicht nicht. Die Oberbürgermeisterwahl geht in die zweite Runde.

Von Claudia Henzler, Stuttgart

Nach dem ersten Wahlgang zur Oberbürgermeisterwahl in Stuttgart ist noch offen, wie viele Bewerber beim zweiten Wahlgang am 29. November noch einmal antreten. CDU-Kandidat Frank Nopper, Oberbürgermeister der Stadt Backnang mit 38 000 Einwohnern, hatte sich am Sonntag mit knapp 32 Prozent der Stimmen überraschend klar von seinen Mitbewerbern abgesetzt. Veronika Kienzle von den Grünen kam nur auf gut 17 Prozent. Die Grünen hatten vor acht Jahren mit Fritz Kuhn die Oberbürgermeisterwahl gewonnen und stellen im Gemeinderat die stärkste Fraktion.

Kienzle wirbt nun um Stimmen aus dem ökosozialen Spektrum, die sich auf mehrere Kandidaten verteilt haben. "Wenn es gelingt, diese Stimmen zu bündeln, dann können wir die Wahl gewinnen!", schrieb sie noch am Wahlabend. Unterstützung erhofft sie sich von Hannes Rockenbauch, Gemeinderat der linksökologischen Gruppierung SÖS (14 Prozent) und dem SPD-Bewerber Martin Körner (9,8 Prozent) sowie von Marian Schreier, der als Einzelbewerber antrat, aber ebenfalls der SPD angehört (15 Prozent).

Die Bürger entscheiden nicht nach Parteibuch

Das Kommunalwahlrecht in Baden-Württemberg sieht keine Stichwahl vor. Beim Wiederholungstermin können sich beliebig viele Bewerber noch einmal zur Wahl stellen. Für einen Sieg reicht dann eine einfache Mehrheit aus. Körner hat bereits am Wahlabend erklärt, dass er sich aus dem Rennen zurückzieht. Rockenbauch und Schreier wollen sich bis spätestens Mittwoch entscheiden.

Dass ihr Verzicht der Grünen-Kandidatin helfen würde, ist nicht ausgemacht. Bei einer Umfrage hat eine überwältigende Mehrheit der Bürger angegeben, dass die Parteizugehörigkeit für sie bei der Entscheidung keine Rolle spiele, wem sie das Amt des Oberbürgermeisters zutrauen. Die Wahlbeteiligung war mit 49 Prozent die höchste seit 24 Jahren.

© SZ/skle
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