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Stuttgart 21:Tief entspannt

Das Bahnprojekt hat ganz Baden-Württemberg gespalten. Heute spielt es für die Landtagswahlen keine Rolle mehr. Ein Ortstermin im Untergrund, wo vieles schneller geht als geplant.

Ein strammer, kühler Wind weht durch das Halbdunkel. Wo kommt der her, so tief unter der Erde? Manfred Leger zeigt an die frisch betonierte Decke. Dicke Rohre hängen da, sie pumpen Luft von draußen in den Tunnel. Hinter ihm piept und rattert es, mit eckigen Lenkbewegungen pflügt eine doppelt mannshohe Bohrmaschine heran. Schnell zur Seite - Leger zieht den Fotografen am Arm zurück. "Obacht!" Es gibt gemütlichere Orte. Aber Manfred Leger, der Chef hier, steht recht vergnügt mit seinen Gummistiefeln im Schlamm, während er der Bohrmaschine hinterhersieht. Es läuft gut bei Europas größtem und umstrittenstem Bauprojekt. Immer tiefer und weiter gräbt sich der neue Tiefbahnhof unter Stuttgart ein, beinahe rund um die Uhr, auch hier, unter den Häusern der Nordstadt.

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