Zwischen dem 19. März und dem 30. April seien auf irakischer Seite "zwischen 11.000 und 15.000 Kombattanten und Nicht-Kombattanten" getötet worden, heißt es in einer in Washington veröffentlichten Studie der unabhängigen Gesellschaft "Projekt für Verteidigungsalternativen". Rund 30 Prozent der Todesopfer - zwischen 3200 und 4300 - seien Zivilisten.
Während der Invasion zur Entmachtung des irakischen Staatschefs Saddam Hussein starben nach Angaben des US-Verteidigungsministeriums 138 US-Soldaten.
Die Opferzahlen in der Studie basieren auf Kampfberichten der US-Armee, Presseberichten von den Schlachtfeldern und Untersuchungen irakischer Krankenhäuser.
Die Zahl getöteter Iraker, die nicht an den Kämpfen beteiligt waren, ist demnach genauso hoch oder höher als beim Golfkrieg 1991, obwohl die US-Armee wegen des technischen Fortschritts eine höhere Zielgenauigkeit hervorgehoben habe. Während des Golfkrieges vor zwölf Jahren kamen der Studie zufolge rund 3500 irakische Zivilisten und zwischen 20.000 und 26.000 Soldaten ums Leben.
Scharfe Kritik von Menschenrechtsorganisation
Das US-Verteidigungsministerium lehnt die Veröffentlichung von Opferzahlen der Gegenseite wie schon im Irak-Krieg von 1991 ab.
Vergangene Woche hatte die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) die US-Armee scharf dafür kritisiert, dass sie keine Angaben über getötete Zivilisten in Irak mache. Der HRW-Direktor für den Nahen Osten, Joe Stork, nannte es "wirklich unglaublich", dass die Armee keine eigene Statistik über diese Opfer führe. Es sei eine "Tragödie", dass US-Soldaten so viele Zivilisten getötet hätten.