Studie evangelische Kirche:"Perfide und grausame Gewalt"

Studie evangelische Kirche: Das Narrativ, in den evangelischen Kirchen gebe es weniger Betroffene sexualisierter Gewalt als in der katholischen Kirche, wird laut der Studie schwer erschüttert. (Symbolbild)

Das Narrativ, in den evangelischen Kirchen gebe es weniger Betroffene sexualisierter Gewalt als in der katholischen Kirche, wird laut der Studie schwer erschüttert. (Symbolbild)

(Foto: Julian Stratenschulte/dpa)

Mindestens 2200 Menschen waren laut einer Studie in der evangelischen Kirche von sexuellem Missbrauch betroffen, wahrscheinlich sogar sehr viel mehr. Die Glaubensgemeinschaft bittet um Entschuldigung - doch vielen reicht das nicht.

Von Jana Stegemann und Annette Zoch, Hannover

Ihre Stimme zittert ganz kurz. Dieser Punkt ist ihr am wichtigsten, Katharina Kracht holt tief Luft, spricht dann mit Nachdruck weiter: "Wer jetzt sagt, die Studie sei nichts wert, tut etwas, das wir Betroffene schon immer erlebt haben. Er oder sie übergeht unsere Stimmen. Als ob Zahlen und Daten wichtiger seien als das, was wir erlebt haben." Kurz zuvor war bekannt geworden, dass nicht alle Landeskirchen genügend Akten geliefert hatten - entgegen der Vereinbarung. Nein, an der Studie hätten im qualitativen Teil 100 Menschen mitgewirkt, sagt Kracht, denen sexualisierte Gewalt von Pfarrern, Mitarbeitenden und Ehrenamtlichen im Raum der evangelischen Kirche und der Diakonie angetan worden ist.

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