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Streit um gemeinsamen Industriepark:Südkorea zieht Arbeiter aus Kaesong ab

Südkorea Nordkorea Industriepark Kaesong

Streit um den gemeinsamen Industriepark: Südkoreanischer Soldat bewacht den Eingang zum Gebiet Kaesong.

(Foto: AFP)

Nordkorea bleibt hart: Das Regime in Pjöngjang lehnt Verhandlungen über den derzeit geschlossenen, gemeinsamen Industriepark Kaesong ab. Südkorea hat "schwerwiegende Maßnahmen" angekündigt - und seine Arbeiter nun aus Kaesong abgezogen.

Südkorea hat angekündigt, alle seine Arbeiter aus dem gemeinsam mit Nordkorea genutzten Industriepark Kaesong abzuziehen. Dies teilte das Vereinigungsministerium in Seoul mit. Die Ankündigung ist der jüngste Schritt im Streit zwischen Nordkorea und Südkorea. Der Norden hatte die ultimative Aufforderung Südkoreas zu offiziellen Gesprächen über das gemeinsame Industriegebiet Kaesong abgelehnt. Demnach hatte Nordkorea die 176 im Industriekomplex verbliebenen südkoreanischen Arbeiter aufgefordert, den Ort zu verlassen.

Südkorea hatte den Norden zuletzt ultimativ zu Gesprächen über die Zukunft gemeinsamen Industrieparks aufgerufen. Das Vereinigungsministerium in Seoul schlug dem kommunistischen Nachbarland offiziell Arbeitsgespräche über die Zukunft der grenznahen Sonderwirtschaftszone in Nordkorea vor.

Sollte Nordkorea auf das Angebot nicht eingehen, werde Südkorea "schwerwiegende Maßnahmen" ergreifen müssen, hatte es geheißen. Details wurden zunächst nicht genannt. Beobachter schlossen deshalb nicht aus, dass Südkorea die endgültige Beendigung des letzten wirtschaftlichen Großprojekts zwischen beiden Ländern erwägt.

Stillstand seit zwei Wochen

Der Betrieb in Kaesong steht angesichts der jüngsten Spannungen auf der koreanischen Halbinsel schon seit Anfang April still. Nordkorea hatte am 8. April erklärt, die etwa 53.000 Arbeiter aus dem eigenen Land aus der Sonderzone abzuziehen. Sie hatten für 123 Unternehmen aus Südkorea gearbeitet. Davor war bereits allen südkoreanischen Pendlern die Einreise untersagt worden. Die Ausreise wird dagegen nach wie vor nicht blockiert. Durch die von Nordkorea beschlossene "vorübergehende" Schließung droht einigen der betroffenen kleinen und mittelständischen Unternehmen der Ruin.

Nach seinen Kriegsdrohungen in den vergangenen Wochen hatte Nordkorea seine Rhetorik zuletzt abgeschwächt. Die Lage in der Region gilt aber weiter als extrem gespannt. Angesichts der Ausweitung der UN-Sanktionen wegen seines dritten Atomtests im Februar und südkoreanisch-amerikanischer Militärübungen hatte Nordkorea den Waffenstillstandsvertrag von 1953 gekündigt, den USA einen präventiven Atomschlag angedroht und den "Kriegszustand" mit Südkorea erklärt.

© Süddeutsche.de/dpa/AFP/pauk/jasch/mati

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