Streit um Enthüllungsbuch Bannon verliert nach brisanten Buch-Zitaten wichtigste Geldgeberin

Muss um seinen Posten bei Breitbart bangen: Steve Bannon.

(Foto: dpa)
  • Rebekah Mercer, einflussreiche Großspenderin Donald Trumps, hat nach einem Enthüllungsbuch die Zusammenarbeit mit Trumps Ex-Berater Stephen Bannon beendet.
  • In dem Buch "Fire and Fury" enthüllt der Journalist Michael Wolff pikante Details aus Trumps Präsidentschaft. Hauptquelle scheint Bannon zu sein.
  • Auch als Vorstandsvorsitzender der rechten Internetseite Breitbart ist Bannon angeschlagen.

Während sich der US-Präsident und sein ehemaliger Chef-Stratege dieser Tage streiten, wer hier wen groß gemacht hat, meldet sich nun jene Frau, die die beiden überhaupt erst zusammengebracht hat. Gemeinsam mit ihrem Vater gehört die Milliardärin Rebekah Mercer zu den großzügigsten Spendern von Donald Trump - und zu den einflussreichsten. Das Vater-Tochter-Gespann soll den Präsidentschaftsbewerber Trump im Frühsommer 2016 gedrängt haben, den damaligen Breitbart-Kopf Stephen "Steve" Bannon in sein Wahlkampfteam aufzunehmen.

Seitdem ist viel passiert. Zuletzt hat ein Buch - sprechender Titel: "Fire and Fury" - die Beziehung der einstigen Weggefährten noch vor Erscheinen endgültig zerrüttet. Die deutlichen Worte von Rebekah Mercer dürften da wenig helfen, denn die stellt nun in einem ihrer seltenen öffentlichen Statements klar: Ihr eigenes Verhältnis zu Bannon ist abgekühlt.

Der Mann, dem ein Stück Trump gehört

Robert Mercer hat im Wahlkampf viel Geld in Trump investiert. Der Hedgefonds-Manager gilt als brillanter Kopf, aber auch als Anhänger von Verschwörungstheorien. Seine politische Agenda macht selbst Mitarbeitern Angst. Von Johanna Bruckner mehr ...

Sie und ihre Familie hätten seit "vielen Monaten" nicht mit dem Ex-Chefstrategen im Weißen Haus kommuniziert und seine politische Agenda finanziell nicht gefördert, ließ Mercer mitteilen. Bannons jüngste Handlungen und Aussagen unterstütze man nicht. Die Mercers sollen der New York Times zufolge unter anderem die Zahlungen für Bannons privates Sicherheitsteam eingestellt haben.

Bannon bei Breitbart vor dem Aus?

Der Ex-Berater des Präsidenten wird im Buch des amerikanischen Journalisten Michael Wolff mit einem brisanten Satz zu einem Treffen zwischen Trump-Sohn Donald Jr. und einer russischen Anwältin zitiert - Bannon spricht von einer "verräterischen" und "unpatriotischen" Zusammenkunft. Außerdem soll Bannon mit dem Reporter über Trumps Unwillen und Untauglichkeit, Präsident zu werden, gesprochen und süffisante Details ausgeplaudert haben. Der Präsident esse zum Beispiel gerne im Bett Cheeseburger. Trump hatte Bannon nach Bekanntwerden der Buchinhalte bescheinigt, den Verstand verloren zu haben.

So weit ging Rebekah Mercer nicht. Sie machte jedoch klar, wem ihre uneingeschränkte Loyalität gehört: Die 44-Jährige sicherte Trump öffentlich ihre volle Unterstützung zu (Bloomberg berichtet von einem Telefonat zwischen den beiden am Donnerstagnachmittag). Und auch die Plattform, die Grundlage für Trumps Wahlerfolg sei, werde man weiter fördern. Ob sie damit allgemein jene erzkonservativen Interessen meint, die die Familie Mercer seit Jahren unterstützt, oder ob sie gezielt auf Breitbart anspielt, geht aus dem Statement nicht hervor. Die Familie Mercer gehört zu den Hauptsponsoren der rechtslastigen Nachrichtenseite.

CNN zufolge steht Bannon bei Breitbart nach dem medienträchtigen Zerwürfnis mit dem Präsidenten jedenfalls vor dem Aus: Der Vorstand debattiert demnach darüber, den 64-Jährigen seines Amtes zu entheben. Bannon ist derzeit Executive Chairman, also Vorstandsvorsitzender. Offenbar gibt es intern Bestrebungen, Geschäftsführer Larry Solov und Susie Breitbart, Witwe von Gründer Andrew Breitbart, zu überzeugen, Bannon zu entlassen. Am Donnerstag hatte Trump-Sprecherin Sarah Huckabee Sanders auf die Frage eines Reporters, ob Breitbart sich von Bannon trennen solle, geantwortet: "Ich denke, das ist etwas, das sie überlegen und in Betracht ziehen sollten."

Bislang scheint Bannon dem Druck jedoch zu widerstehen: Am Donnerstag soll er in der Redaktion von Breitbart wie gewohnt seiner Arbeit nachgegangen sein.

Die geplante Entschuldigung landete im Müll

Ähnlich verwirrend wie Bannons Job-Status war zuletzt auch das Verhältnis zu seinem Ex-Chef Trump. Obwohl sich Bannon bislang nicht von den Buch-Zitaten distanziert hat, bezeichnete er Trump jüngst öffentlich wieder als "großen Mann". Der Washingtoner Zeitung The Hill zufolge soll Bannons Team vor Trumps Statement sogar an einer Art Entschuldigung gearbeitet haben. Bannons Aussagen zu Trump-Sohn Donald Jr. seien im Buch aus dem Zusammenhang gerissen. Nachdem ihm der Präsident aber vor aller Welt mitteilte, den Verstand verloren zu haben, soll der Entschuldigungs-Entwurf im Mülleimer gelandet sein.

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