Streit um Buch-Veröffentlichung Kohl zieht Beschwerde gegen Kölner Entscheidung zurück

Helmut Kohl bei der Vorstellung seiner Memoiren auf der Frankfurter Buchmesse.

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  • Altkanzler Helmut Kohl hat seine Beschwerde beim Oberlandesgericht Köln zurückgezogen. Er wollte damit die Veröffentlichung des umstrittenen Buches "Vermächtnis. Die Kohl-Protokolle" verhindern.
  • Das Buch basiert auf 630 Stunden langen Tonbandaufzeichnungen, die der Journalist Heribert Schwan mit Kohl in den Jahren 2001 und 2002 führte.

Kohl zieht Beschwerde nach rechtlichen Hinweisen des OLG zurück

Im Rechtsstreit um sein Buch über Altkanzler Helmut Kohl (CDU) hat der Journalist Heribert Schwan einen weiteren Erfolg errungen. Wie das Oberlandesgericht (OLG) Köln am Freitag mitteilte, zog Kohl seine Beschwerde gegen einen Beschluss des Kölner Landgerichts zurück (AZ: 6 U 146/14 und 6 U 147/14). Kohl hatte versucht, die Veröffentlichung des Buches "Vermächtnis. Die Kohl-Protokolle" per einstweiliger Verfügung zu verhindern. Das Landgericht hatte Kohls Antrag abgelehnt, woraufhin der 84-Jährige sofortige Beschwerde beim OLG einlegte.

Der zuständige OLG-Senat habe über die Sache beraten und dann den Parteien rechtliche Hinweise erteilt, erklärte ein Gerichtssprecher. Daraufhin habe Kohl seine Beschwerde zurückgenommen.

Kohls Ex-Biograf Schwan zitiert in dem Buch "Vermächtnis - Die Kohl-Protokolle" den Altkanzler mit drastischen Äußerungen über frühere Weggefährten, darunter die von ihm 1991 in sein Kabinett berufene heutige Bundeskanzlerin Angela Merkel, der Ex-Bundesarbeitsminister Norbert Blüm und der frühere niedersächsische Ministerpräsident und spätere Bundespräsident Christian Wulff (alle CDU).

Schwan musste Tonbänder an Kohl zurückgeben

Mit einer Klage auf Herausgabe der entsprechenden Tonbandaufzeichnungen aus den Jahren 2001 und 2002 hatte sich Kohl gegen Schwan in zwei Instanzen zuletzt durchgesetzt. Schwan hatte auf den Bändern insgesamt 630 Stunden Gespräche aufgezeichnet, die er mit Kohl in dessen Haus in Oggersheim geführt hatte.

Die Tonbandaufzeichnungen hatten Schwan zur Abfassung von drei Bänden der Kohl-Memoiren gedient. Nach seinem schweren Treppensturz 2008 musste Kohl die Arbeit mit Schwan an der Biografie unterbrechen. Im März 2009 kündigte der Altkanzler schließlich die Zusammenarbeit mit dem Journalisten auf, nachdem es zu einer Zerwürfnis zwischen beiden gekommen war. Am vergangenen Mittwoch stellte Schwan dann sein umstrittenes Buch vor, das auf den Gesprächsprotokollen basiert.