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Streit über Grenzzaun:Ungarn keilt gegen Rumänien

Der Außenminister in Budapest greift den Amtskollegen des Nachbarlands persönlich an.

Ungarn zäunt sich ein - das hatte zuletzt das Nachbarland Rumänien kritisiert. Budapest weist die Äußerungen nun scharf zurück: "Wir sind ein mehr als tausend Jahre alter Staat, der in seiner Geschichte oft nicht nur sich selbst, sondern auch Europa verteidigen musste", sagte Ungarns Außenminister Péter Szijjártó.

Er greift auch verbal seinen rumänischen Amtskollegen Bogdan Aurescu an. "Wir hätten mehr Bescheidenheit von einem Außenminister erwartet, dessen Ministerpräsident derzeit ein Gerichtsverfahren droht." Gemeint ist ein Verfahren wegen Korruptionsverdachts gegen den rumänischen Regierungschef Victor Ponta. Für Montag bestellte das ungarische Außenministerium den dortigen Botschafter Rumäniens ein.

Ungarn hatte diese Woche seinen Stacheldrahtzaun an der Grenze zu Serbien fertiggestellt. Flüchtlinge versuchen deshalb, auf Umwegen über Rumänien und Kroatien nach Ungarn zu kommen. Die Regierung in Budapest will deswegen auch dort Zäune errichten, was die EU-Staaten Kroatien und Rumänien aufbringt.

Zaun widerspreche dem Geist der EU

Rumäniens Außenminister Aurescu hatte am Samstag gesagt, der geplante Zaun sei inakzeptabel und widerspreche dem Geist der Europäischen Union. Bereits vergangene Woche hatte der rumänische Premier gesagt, das Vorgehen erinnere ihn an das Europa der 1930er Jahre. Auf ungarischer Seite war daraufhin von einer "Lügenspirale" die Rede, auf rumänischer von "inakzeptablem Sprachgebrauch".

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