Streit in der Union:Seehofer sieht Schulz als "Herausforderung"

Seehofer riet, den guten Umfragewerten der SPD mit "Gelassenheit" zu begegnen. "Wir können nicht nach jeder Umfrage eine Strategie definieren". Wahlen gewinne man nicht durch Fragen und Selbstzweifel, sondern indem man Kampfesmut und Zuversicht ausstrahle. Schulz sei "eine Herausforderung, die so bis zum Jahresanfang nicht gegeben war".

Der CSU-Chef sagte, die Union arbeite jetzt "in aller Ruhe" an ihrem gemeinsamen Wahlprogramm. Die "Agenda 2025" soll im Sommer vorgestellt werden und auch Steuersenkungen enthalten. Wesentliche Inhalte seien auch die Sicherung von Jobs und der soziale Schutz der Bevölkerung. Wer in seiner Betonung der sozialen Sicherheit eine Reaktion auf Schulz sehe, liege aber falsch. Den sozialen Ausgleich habe er immer im Blick. "Da brauch ich nicht einen Kandidaten Schulz dazu."

Union will "Agenda 2025" im Sommer vorstellen

Auf Söders Forderung, wonach Angela Merkel mehr "Motivationsarbeit für die Basis" leisten solle, sagte Seehofer: "Wir haben uns aus Überzeugung dafür entschieden, die Kandidatur der Bundeskanzlerin zu unterstützen. Den Erfolg werden wir nur haben, wenn wir entschieden für unsere Kanzlerin eintreten." Wie die Union am effektivsten Wahlkampf mache, werde der CSU-Chef mit Merkel "unter vier Augen" besprechen. "Da gehört es auch hin."

Der frühere CSU-Chef Erwin Huber wies Söders Vorstoß als "Effekthascherei" zurück. "Ins Blaue hinein zu schießen, ohne Chancen auf Mehrheiten, halte ich nicht für eine sinnvolle Antwort", sagte er. Die Kanzlerin sei geschickt im Führen von Wahlkämpfen und brauche nicht täglich einen Ratschlag aus Bayern. Der CSU-Bundestagsabgeordnete Hans-Peter Friedrich meinte allerdings, Merkel könne "ruhig etwas plakativer" auftreten. Die Union müsse sich auf ihre Stammwähler besinnen.

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