(SZ) Es gibt Berufe, die auszuüben nur Menschen empfohlen ist, die weder Tod, Teufel noch Trump fürchten. Papst beispielsweise ist so ein Job. Als Stellvertreter Christi auf Erden bekommt man es auch mit bösartigen Narren zu tun, in krassen Fällen halten diese sich selbst für den Gesalbten. Ein guter Geistlicher aber gibt keine Seele verloren, und sei deren Eigentümer noch so bekloppt. Dazu ist Nachsicht nötig, ja Barmherzigkeit – Tugenden, die den echten Mann von heute, der von einer Karriere als Bodyguard oder Käfigkämpfer träumt, der Lächerlichkeit preisgeben würden. Fast ebenso anspruchsvoll wie das Papstamt ist der Beruf des Fußballschiedsrichters. Zu dessen Anforderungsprofil gehört zuallererst Opferbereitschaft. Noch ehe er ein Spiel anpfeift, weiß der Schiedsrichter: Ich bin schuld. Niemals verliert eine Mannschaft, weil sie schlecht gespielt hat, das weiß jeder, der schon mal gegen den Ball und das gegnerische Schienbein getreten hat. Selbst nach einer 0:15-Schlappe wären sich die daran beteiligten Rumpelfüßler einig: Der Schiri hat uns verpfiffen. Und kein Mensch ist so einsam wie ein Schiedsrichter, der einen Elfmeter für die Gastmannschaft gibt. Ein Pfiff, und er hat 65 000 Feinde, die Jungs auf dem Platz nicht mitgezählt.
GlosseDas Streiflicht
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Sie dürfen weder Tod, Teufel noch Trump fürchten: Was Schiedsrichter und der Papst gemeinsam haben.
