(SZ) Man hat es nicht ganz leicht als Pinguin, vor allem nicht als Kaiserpinguin. Diesem hat die Natur als Aufgabe mitgegeben, inmitten heulender Eiswinde und abscheulicher Minusgrade stolz und würdig im Frack die Gattung zu repräsentieren, dies im Stehen und ohne eine Miene zu verziehen. Was Frack und allseitige äußere Nonchalance betrifft, gleicht der Kaiserpinguin dem klassischen englischen Butler, nur dass dieser nicht mit Tausenden seinesgleichen in der Kälte steht, sondern in der Küche des Clubs jederzeit unbeobachtet einen Schluck wärmenden Talisker Dark Storm Single Malt aus den Beständen der Herrschaften zu sich nehmen kann.
Verweilen wir noch kurz bei Großbritannien und seiner Pinguinpopulation, denn eine solche gibt es, weit unten auf Felseninseln im Südatlantik, die noch zur britischen Krone gehören. Einer hoffentlich unzutreffenden Legende der Royal Air Force nach sah sich deren Oberkommando einst veranlasst, ihren Piloten ein beliebtes Spiel namens Pinguinkegeln strengstens zu untersagen. Das nämlich habe folgenden Regeln gehorcht: Der Flieger habe seinen Jet vom Meer her Richtung Pinguinkolonie zu steuern, denn in diese Richtung schauen die großen Vögel meistens. Dank einer natürlichen Neugier verfolgen sie den Kurs des Flugzeugs, bis es sie überfliegt, sie die Köpfe weit nach oben recken, dabei die Balance verlieren und nach hinten kippen. Sieger war, wer die meisten Tiere zum Umfallen brachte.
GlosseDas Streiflicht
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Warum selbst der Kaiserpinguin in dieser Welt nicht mehr einfach aufs Meer starren darf, ohne vom Menschen dabei gestört zu werden.
