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Frankreich:Wunsch nach Ruhe

Nach Anschlag in Straßburg

Der mutmaßliche Straßburger Attentäter Chekatt ist zwei Tage nach dem Terroranschlag getötet worden.

(Foto: Christophe Ena/AP/dpa)

Nach dem Attentat am Straßburger Weihnachtsmarkt bittet Macrons Regierung die Bewegung der Gelbwesten, die Proteste einzustellen.

Der mutmaßliche Attentäter vom Straßburger Weihnachtsmarkt ist am Donnerstagabend getötet worden. Der Bürgermeister von Straßburg, Roland Ries, sagte, "dieser Terrorist" sei von der Polizei erschossen worden. Französische Medien berichteten, Chérif Chekatt sei in der Rue du Lazaret im Viertel Neudorf-Meinau getötet worden. Er stammte aus dieser Gegend. Er habe eine Pistole und ein Messer gehabt, hieß es. Er habe sich in einer Lagerhalle verschanzt und auf Polizisten geschossen. Außerdem nahmen Ermittler einen fünften Verdächtigen aus dem Umfeld des mutmaßlichen Attentäters in Gewahrsam. Sie sollen mit der Tat in Verbindung stehen. Nachdem die Nachricht von der Tötung bekannt wurde, reklamierte die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) die Tat für sich. Der Angreifer sei "ein Soldat" des IS gewesen, meldete das IS-Sprachrohr Amak. Mehr als 700 Polizisten hatten am Donnerstag nach dem Hauptverdächtigen gesucht. Im ganzen Elsass wurden Straßen abgeriegelt. Um ihn an der Flucht über den Rhein zu hindern, wurden an der Grenze zu Deutschland die Kontrollen verschärft. Parallel zur französischen Antiterror-Staatsanwaltschaft nahmen deutsche Fahnder Ermittlungen gegen den 29-jährigen Chekatt auf. Der gebürtige Straßburger war 27 Mal wegen Straftaten verurteilt worden, auch in Deutschland. Bei dem Anschlag auf den Straßburger Weihnachtsmarkt waren am Dienstag drei Menschen getötet worden, es gab 13 Verletzte. Ein viertes Opfer sei hirntot, bestätigte die Staatsanwaltschaft der Deutschen Presse-Agentur in Paris. Zeugen zufolge soll der Täter "Allahu Akbar!" gerufen haben - Gott ist größer. Innenminister Christophe Castaner kündigte am Donnerstagabend an, dass der Weihnachtsmarkt am Freitag wieder öffnen solle. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron sprach den Opfern und Familien am Donnerstag beim EU-Gipfel in Brüssel erneut die Solidarität der gesamten Nation aus. "Es war nicht nur Frankreich, das getroffen wurde - eine französische Stadt, unsere Bürger -, sondern es war genauso eine große europäische Stadt." Frankreichs Regierung rief wegen des Anschlags dazu auf, die Proteste gegen ihre Wirtschaftspolitik einzustellen. Angesichts des Angstklimas es "unvernünftig", wenn es an diesem Samstag wieder zu Massendemonstrationen durch die Bewegung der Gelben Westen käme, so Regierungssprecher Benjamin Griveaux.

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