ReformenFrüher ein Steuersatz für Millionäre – heute für Facharbeiter

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Yacht auf einer Messe in Düsseldorf: Der Staat besteuert richtig Reiche nicht angemessen, kritisiert der Steuerfachmann Günter Striewe.
Yacht auf einer Messe in Düsseldorf: Der Staat besteuert richtig Reiche nicht angemessen, kritisiert der Steuerfachmann Günter Striewe. Marcel Kusch/dpa

Gut- und Durchschnittsverdiener wurden bei Steuerreformen immer weiter benachteiligt, rechnet Experte Günter Striewe vor. Das müsste jetzt nur noch der „liebe Friedrich“ kapieren.

Von Claus Hulverscheidt, Berlin

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Günter Striewe hat sie noch erlebt, jene schaurigen Zeiten, die Steuerpolitikern von heute vorkommen müssen wie dunkelstes Mittelalter. 1958 etwa: Damals zog der Staat schon vom allerersten verdienten Pfennig an satte 20 Prozent an Einkommensteuer ein, wenn man den läppischen Jahresfreibetrag von umgerechnet 860 Euro einmal kurz außen vor lässt. Der Spitzensteuersatz lag gar bei 53 Prozent. Die Deutschen waren in jenen Gründerjahren ein geknechtetes, vom Finanzamt heimgesuchtes Volk, das kaum Luft zum Atmen hatte. „Es war“, sagt Striewe heute, „eine gute Zeit.“

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