Süddeutsche Zeitung

Steuerpolitik:Hofreiter plädiert für Einführung einer Vermögensteuer

Die Mittelschicht mit einem Jahreseinkommen von bis zu 80 000 Euro soll nach dem Willen des Grünen-Politikers dagegen nicht zusätzlich belastet werden.

Der Grünen-Politiker Anton Hofreiter lehnt neue Steuern für die Mittelschicht ab. Der bekennende Linke sagte der Süddeutschen Zeitung: "Ich will diejenigen, die 60.000, 70 000, 80 000 Euro im Jahr verdienen, nicht zusätzlich belasten." Diese Menschen bräuchten eher weitere Unterstützung, beispielsweise durch mehr bezahlbaren Wohnraum. Diesen will er unter anderem durch die Einführung einer Steuer für Vermögende finanzieren.

Hofreiter hält Freibeträge von einer Millionen Euro für Privatvermögen und fünf Millionen Euro für Betriebsvermögen für sinnvoll. "Der jährliche Steuersatz könnte bei einem Prozent liegen." Der Co-Fraktionschef erhofft sich davon jährliche Einnahmen von zehn bis fünfzehn Milliarden Euro. Dieses Geld sei wichtig zur Finanzierung von Gemeinschaftsaufgaben. "Die Vermögensteuer schafft Wohlstand, die enorme Ungleichheit aber zerstört ihn."

Es sei aber auch grundsätzlich von großer Bedeutung, weil viele Menschen die Einkommens- und Vermögensverhältnisse in Deutschland zunehmend für sehr ungerecht halten würden. "Wir müssen die Chancen für den sozialen Aufstieg wieder verbessern, und wir können das nicht ohne die Hilfe des reichsten Teils der Gesellschaft", sagte er der SZ.

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