Steinmeiers Frau Elke Büdenbender, selbständig und unprätentiös

Die Ehefrau des künftigen Bundespräsidenten Steinmeier ist eine höchst eigenständige Person. Von einem Leben im Schloss Bellevue hat sie sicherlich nicht geträumt.

Porträt von Susanne Höll

Wie jeder andere Mensch auch hat Elke Büdenbender in ihrem Leben von manchem geträumt. Ein Leben im Schloss Bellevue, als Ehefrau des Bundespräsidenten, gehörte ganz sicherlich nicht dazu. Denn ein Leben im Rampenlicht, unter ständiger Beobachtung, ist ihr ein Gräuel.

Doch wenn alles glattgeht, wird Frank-Walter Steinmeier im Februar zum Staatsoberhaupt gewählt. Und seine Frau Elke ist dann ganz sicher im Rampenlicht, als das, was man oft gedankenlos "die Frau an seiner Seite" nennt.

Beieinander sind die zwei schon seit Studienzeiten. Büdenbender, geboren am 14. Januar 1962 in Salchendorf im Siegerland - der Vater Tischler, die Mutter Hauswirtschaftslehrerin-, trifft an der Gießener Universität einen bärtigen Juristen, der sich für Diskussionen mit Erstsemestern nicht zu schade ist. Keine Liebe auf den ersten Blick, dafür aber eine bis heute große (soweit man das als Außenstehender beurteilen kann).

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Heirat 1995, ein Jahr später kommt die Tochter Merit auf die Welt. Steinmeier steigt auf, geht drei Jahre später als Amtschef von Kanzler Gerhard Schröder nach Bonn, sie ist Verwaltungsrichterin und eine meistens alleinerziehende Mutter. Er wird später Außenminister, SPD-Fraktionsvorsitzender und wieder Außenminister; Positionen, in denen man selten zu Hause ist. Es ist eine Beziehung, wie sie Millionen Paare in Deutschland führen oder führen müssen.

Büdenbender, an Nierenproblemen leidend, wie man heute weiß, wünscht sich ab und an mehr Zeit mit ihrem Mann, dessen Namen sie nie angenommen hat. Sie ist eine höchst eigenständige Person, die an und unter der Politik auch gelitten hat.

Ihre Eigenständigkeit dürfte Büdenbender kaum aufgeben

2008 wird Frank-Walter Steinmeier nach schweren Verwerfungen Kanzlerkandidat der SPD. Ihm zuliebe stellt sie sich ins ungeliebte Scheinwerferlicht. Ihr Frohsinn, ihr unprätentiöses, unbekümmertes Wesen schmücken den Ehemann, der in der Öffentlichkeit oft als trocken empfunden wird. Dass sie jedes Wort auf die Goldwaage zu legen versucht, merkt ihr niemand an. Die Wahl 2009 geht mit 23 Prozent katastrophal verloren, die Ehefrau, ebenfalls SPD-Mitglied, ermuntert den Gescheiterten noch in der Nacht, weiter Politik zu machen.

Ein Jahr später erkrankt sie schwer, Frank-Walter Steinmeier spendet ihr eine Niere und rettet so ihr Leben. Als er 2012 wieder als Kandidat im Gespräch ist, winkt er ab und erklärt später, er müsse sich jederzeit Auszeiten nehmen können, wenn seine Frau ihn brauche. Das Amt des Bundespräsidenten will er annehmen. Was wohl bedeutet, dass Büdenbender wieder ganz wohlauf ist.

Im Bellevue wird sie sicherlich Termine wahrnehmen und sich als die herzliche Gastgeberin erweisen, die sie auch privat ist. Aber ihre Eigenständigkeit wird sie kaum aufgeben, womöglich auch weiterarbeiten, wenn es irgend geht. Der Job bedeutet ihr viel. Im Wahlkampf 2009 sagte sie: "Ich will Richterin bleiben, wenn mein Mann Kanzler wird."

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