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Steinbrück und sein neuer Sprecher:Hetze gegen Griechenland-Hilfe

Bundestagspräsident Norbert Lammert hatte sich im März 2010 in einem Brief an den griechischen Parlamentspräsidenten Philippos Petsalnikos für manch "hämischen" Kommentar in den Medien entschuldigt. Das brachte Kleine auf den Plan. Unter der Überschrift: "Warum müssen wir uns bei den Pleite-Griechen entschuldigen?" schreibt er: "Ganz Europa sorgt sich über die desaströse Finanzlage Griechenlands und die Stabilität des Euro - und was macht unser Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU)? Er entschuldigt sich in einem Brief". In pseudo-kindlichem Unschuldston fragt er: "ABER WEN MEINT ER DA BLOSS?"

Nun ja, offenbar auch die Bild-Zeitung, bei der Kleine arbeitete und die mit Überschriften Kasse machte wie "Verkauft doch eure Inseln, ihr Pleite-Griechen!" Oder: "Ihr griecht nix von uns!" Oder: "Bild macht Bettel-Test in Athen." Der Bildblog hat das hier mal schön zusammengefasst.

Bildblog ist ohnehin eine schöne Fundgrube für das, was Steinbrück von der neuen Wunderwaffe an seiner Seite erwarten könnte: Einmal fragte Kleine zusammen mit seinem Bild-Kollegen Hanno Kautz, ob sich Cem Özdemir vorstellen könne, dass eines Tages ein türkischstämmiger Kanzler zum Amtseid seine Hand auf den Koran lege. Die Frage ist schon deshalb etwas schwierig, weil es bisher nicht einen Kanzler gab, der zum Schwur seine Hand auf eine Bibel gelegt hätte. Hände auf irgendwelche Bücher zu legen, ist nämlich schlicht nicht vorgesehen, wenn ein Kanzler seinen Amtseid leistet.

Verkorkster Wahlkampf der SPD

Seine analytischen Fähigkeiten bewies Kleine in einem kleinen Text zur Bremen-Wahl 2011. Darin verkündete er die Sensation, die CDU sei "zum 1. Mal" als drittstärkste Kraft aus einer Wahl hervorgegangen. Die Kollegen von Bildblog haben das leicht widerlegen können. Fünf Wahlen zählten sie auf, aus denen die CDU als dritte oder sogar als vierte Kraft herauskam.

Als Thilo Sarrazin gerade die SPD mit seinen ausländerfeindlichen Thesen nervte, da war es Rolf Kleine, der Sarrazin in der Bild-Zeitung verteidigte. Sarrazin habe "in den vergangenen Jahren immer wieder auf Missstände in Deutschland hingewiesen, u. a. den mangelnden Willen vieler Ausländer kritisiert, sich bei uns zu integrieren", stellte Kleine fest. Abwatschen lassen musste sich dagegen SPD-Chef Sigmar Gabriel, der Sarrazin lieber gleich als später aus der SPD geschmissen hätte.

Aber ach, was soll's. In den nicht mal mehr 100 Tagen bis zur Bundestagswahl wird auch ein Rolf Kleine die Kampagne der SPD nicht noch mehr beschädigen können. Dafür ist sie womöglich schon zu verkorkst.