Stämme im Irak ISI und der Krieg in Syrien (2008-2013)

"Der Tod dieser Terroristen ist wahrscheinlich der bedeutendste Schlag, den al-Qaida im Irak seit Beginn des Aufstandes einstecken musste." So kommentiert US-General Raymond Odierno im April 2010 eine Operation der US-Truppen und irakischen Soldaten, bei der die zwei Anführer der Terrorgruppe sterben. Nach zwei Jahren, in denen ISI aus dem Verborgenen heraus weiter Anschläge verübt hat, ist die Organisation auf einen Schlag ohne Kopf. Doch nicht lange. Der neue Anführer steht schon bereit: Es ist Abu Bakr al-Baghdadi.

Alte Fahndungsfotos von Abu Bakr al-Bagdadi - herausgegeben vom US-Justizministerium und dem irakischen Innenministerium

(Foto: AFP)

Den Ausbruch des Bürgerkriegs in Syrien 2011 betrachtet al-Baghdadi dem Politikwissenschaftler Jochen Hippler von der Universität Duisburg-Essen zufolge als Gelegenheit, seinen Einflussbereich erneut auszuweiten. Er organisiert die Al-Nusra-Front unter einem syrischen Anführer. Dann entschließt er sich im April 2013, ISI und al-Nusra als "Islamischer Staat im Irak und der Levante/Syrien" (Isis) neu zu organisieren. Der neue Name belegt den erweiterten Machtanspruch.

Die Al-Nusra-Front und die Al-Qaida-Führung in Pakistan wenden sich jedoch gegen Isis. Für al-Baghdadi ist es ein verkraftbarer Rückschlag, denn der Isis erhält starken Zulauf durch islamistische Kämpfer aus Syrien und dem Ausland. Mit brutaler Gewalt übernimmt er die Kontrolle in weiten Teilen der Gebiete, die al-Nusra und andere Aufständische bereits erobert haben. Nun beschließt al-Baghdadi mit seiner Gruppe unter dem neuen Namen "Islamischer Staat" (IS), auch im Irak wieder offensiver vorzugehen. Er profitiert davon, dass sich dort der Konflikt zwischen Sunniten und Schiiten wieder verschärft hat.

Mutmaßliche Terroristen der Al-Nusra-Front exekutieren 2013 in der syrischen Stadt Rakka (Raqqa) Soldaten der regulären Armee.

(Foto: AFP Photo/HO/Youtube)