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Stämme im Irak:Saddams Sturz und der Terror im Irak (2003-2006)

Anfang März 1991 rebellieren die Schiiten in den Städten Nadschaf und Kerbela südlich von Bagdad gegen die Herrschaft Saddam Husseins. Der zweite Golfkrieg ist gerade vorüber, die Truppen des Diktators sind von einer Militärallianz unter Führung der USA besiegt und aus Kuwait verjagt worden. Die Schiiten, die trotz ihrer deutlichen Bevölkerungsmehrheit von dem Sunniten Saddam unterdrückt werden, sehen die Gelegenheit gekommen, gegen den verhassten Herrscher aufzubegehren. Doch die erwartete Unterstützung durch die Amerikaner bleibt aus. Die irakische Armee schlägt den Aufstand blutig nieder.

Die Stunde der Schiiten kommt zwölf Jahre später: Nach dem Sturz des Diktators 2003 durch eine weitere Allianz unter Führung der USA ist der Weg für sie frei, mit der ersten freien Wahl 2005 sind sie am Ziel. Die irakische Regierung wird von Schiiten dominiert.

Al-Sarkawi, Kopf von al-Qaida im Irak

2004 schloss sich der Jordanier Abu Musab al-Sarkawi mit seiner Gruppe im Irak Osama bin Ladens Terrororganisation al-Qaida an

(Foto: picture-alliance/ dpa)

Schon in diese Zeit geht der Ursprung des "Islamischen Staates" zurück. 2004 gründet der sunnitische Jordanier Abu Musab al-Sarkawi den irakischen Ableger von al-Qaida (AQI), um gegen die US-Soldaten und die Schiiten zu kämpfen.

Der Terrororganisation gelingt es, viele Iraker auf ihre Seite zu ziehen - darunter sunnitische religiöse Extremisten, aber auch Anhänger des gestürzten Saddam-Regimes. Al-Qaida verübt aufsehenerregende Anschläge auf die Amerikaner, auf Schiiten und ihre Heiligtümer sowie auf gemäßigte Sunniten. Nach dem Bombenanschlag auf den Askari-Schrein und die Goldene Moschee in Samarra im Februar 2006 kommt es zum Bürgerkrieg zwischen Sunniten und Schiiten.

Bombenanschlag auf die Goldene Moschee, 2006

Die "Goldene Moschee" der Schiiten in Samarra nach dem Bombenanschlag im Februar 2006

(Foto: REUTERS)