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Sportpolitik - Duisburg:LSB-Präsident beklagt "menschenverachtendes Machtstreben"

Deutschland
Walter Schneeloch verlässt nach 15 Jahren als Präsident des LSB NRW den Verband. Foto: Guido Kirchner/dpa/Archivbild (Foto: dpa)

Düsseldorf (dpa/lnw) - Nach einem internen Machtkampf verlässt Walter Schneeloch nach 15 Jahren als Präsident des Landessportbundes (LSB) NRW verärgert den Verband und lehnt die Ehrenpräsidentschaft ab. Der 72-jährige Bensberger beklagt in der Auseinandersetzung mit seinem designierten Nachfolger Stefan Klett einen "wahren Komplott" gegen ihn. Seinen Widersachern wirft Schneeloch "menschenverachtendes Machtstreben" vor. Aus einem entsprechenden Schreiben an die Mitglieder des LSB zitierten die "Rheinische Post" und die "Westdeutsche Zeitung".

Der 52-jährige Wipperfürther Klett, beim LSB bislang zuständig für Finanzen und zudem Präsident des Deutschen Aero Clubs, hatte im Dezember seine Kandidatur angekündigt. Schneeloch umging eine Kampfabstimmung auf der Mitgliederversammlung am kommenden Samstag mit seinem Rückzug und erhebt Vorwürfe gegen seine Kollegen und den hauptamtlichen LSB-Vorstand. Demnach habe es im Präsidium eine klare Haltung gegen ihn und eine vierte Amtszeit gegeben.

Am 12. Dezember sei ihm vom Präsidium schriftlich mitgeteilt worden, "dass das Vertrauensverhältnis zwischen mir, dem Vorstand und dem Rest des Präsidiums unheilbar zerrüttet sei", schrieb Schneeloch. Vorausgegangen waren Meinungsverschiedenheiten bei Fragen des Sportbildungswerkes, dessen Präsident Schneeloch ebenfalls war. Es ging um einen finanziellen Zuschuss des LSB, mit dem der LSB-Vorstand nicht einverstanden gewesen sei.

Das LSB-Präsidium bestätigte gegenüber den Zeitungen Meinungsverschiedenheiten, betonte aber zugleich, dass man die "herausragenden Verdienste" Schneelochs als LSB-Präsident anerkenne. Das Angebot einer Ehrenpräsidentschaft lehnte Schneeloch ab, er möchte nicht an der Sitzung am Samstag teilnehmen.

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