Spitzenpersonal in spe bei den Grünen:Roth für Grün in Ewigkeit, Amen

Katrin Göring-Eckardt, Renate Künast, Claudia Roth und Jürgen Trittin - seit Jahrzehnten wird das Bild der Grünen von den gleichen Personen bestimmt. Gibt es wirklich niemanden sonst, der an der Spitze mitmischen könnte? Wir hätten da noch ein paar Kandidaten.

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Spitzenpersonal in spe bei den Grünen:Grüne Urwahl

Grüne Urwahl-Kandidaten

Quelle: dpa

Katrin Göring-Eckardt, Renate Künast, Claudia Roth und Jürgen Trittin - seit Jahrzehnten wird das Bild der Grünen von den gleichen Personen bestimmt. Gibt es wirklich niemanden sonst, der an der Spitze mitmischen könnte? Wir hätten da noch ein paar Kandidaten.

Zu viel für ein Duo: Um die Spitzenkandidatur der Grünen war ein Machtkampf entbrannt, wie ihn die Partei schon länger nicht mehr erlebt hatte. Inzwischen steht fest: Fraktionschef Trittin und Bundestagsvizepräsidentin Göring-Eckardt werden die Grünen in den Bundestagswahlkampf führen. Parteichefin Roth wird - trotz eines desaströsen Ergebnisses bei der Abstimmung - wieder als Vorsitzende kandidieren.

Neben den vier "Promis" war jedoch noch eine Reihe von relativ unbekannten Parteimitgliedern angetreten. Insgesamt 15 Anwärter gab es für die Spitzenkandidatur. Da jedoch maximal zwei Posten zu vergeben sind, musste eine Urwahl unter den Mitgliedern entscheiden. So hatten es die Grünen auf einem kleinen Parteitag Anfang September beschlossen.

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Spitzenpersonal in spe bei den Grünen:Claudia Roth und Jürgen Trittin

Claudia Roth und Jürgen Trittin

Quelle: dpa

Als erstes war Claudia Roth da. Als sie mitbekam, dass sich immer mehr Parteifreunde für Jürgen Trittin als alleinigen Spitzenkandidaten aussprachen, preschte sie vor und kündigte ihre Kandidatur an: Dass ein einzelner Mann die Grünen im Wahlkampf anführt, "wird es mit mir als Parteichefin nicht geben", sagte Roth.

Dann kam Jürgen Trittin. Kurz vor Beginn seines Sommerurlaubes erklärte er, für eine der beiden Spitzenpositionen antreten zu wollen.

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Spitzenpersonal in spe bei den Grünen:Renate Künast

Bundestagsfraktionen beraten über  EFSF

Quelle: dpa

Renate Künast zögerte daraufhin nicht lange. Keine Woche war Trittins Erklärung alt, da hielt auch sie die Zeit für gekommen: "Ja, ich bewerbe mich, eine der beiden Spitzenkandidaten zu werden", sagte sie der Süddeutschen Zeitung.

Dreimal fast 30 Jahre grüne Karrieren. Drei Kandidaten, für die es bei der Bundestagswahl wohl letztmalig um ein hohes Regierungsamt geht. Im Herbst 2013 gehen alle drei stramm auf die 60 zu.

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Spitzenpersonal in spe bei den Grünen:Katrin Göring-Eckardt

Goering-Eckardt wirbt fuer 'Spitzenteam' der Gruenen zur Wahl 2013

Quelle: dapd

Ein ganz neues Gesicht ist Katrin Göring-Eckardt bei den Grünen zwar nicht mehr, dennoch: Ihre Wahl könnte den Generationswechsel zumindest einleiten. Ihr Interesse an einer prominenten Position im Wahlkampf hat sie jedoch erst Mitte August erklärt. Sie favorisierte allerdings ursprünglich ein "Spitzenteam" aus mehreren Personen, in dem sie vertreten sein wollte, konnte sich mit ihrem Vorschlag allerdings nicht durchsetzen.

Als Bundestags-Vizepräsidentin ist Katrin Göring-Eckardt auch außerhalb der Grünen schon ziemlich prominent. Doch längst gibt es eine ganze Reihe von jüngeren Grünen in der zweiten Reihe, die mehr wollen.

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Spitzenpersonal in spe bei den Grünen:Tarek Al-Wazir

Hessischer Landtag

Quelle: dapd

Zum Beispiel Tarek Al-Wazir. Einiges spricht dafür, dass er in naher Zukunft gute Chancen hat, an die Spitze der Grünen zu steigen. In Hessen spielte er eine wichtige Rolle bei der Restaurierung der Partei, nachdem die Umfragewerte abgestürzt waren. 2008 scheiterte die Bildung einer rot-grünen Minderheitsregierung mit Al-Wazir als Umweltminister, die von der Linken geduldet werden sollte, am Widerstand einiger SPD-Abgeordneter.

2006 wurde Al-Wazir in den Parteirat gewählt, was als Stimmungstest für die Beliebtheit eines Politikers in der Partei gilt. Das SZ-Magazin machte ihn bereits 2009 zum "neuen Joschka" und meinte "der kann Kanzler". Obwohl der Politologe mit jemenitischen Wurzeln medienwirksam auftreten kann, hat er diesen Eindruck außerhalb des Hessenlandes noch nicht bestätigt. Im Weg könnte dem 41-Jährigen seine Bescheidenheit stehen. Vor einem Jahr sagte er der taz: "Die Grünen müssen aufpassen, dass sie sich nicht größer machen, als sie sind."

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Spitzenpersonal in spe bei den Grünen:Dieter Janecek

Grünen-Chef Janecek verlässt FC Bayern

Quelle: dpa

Dieter Janecek ist Fußballfan. 30 Jahren lang war er Mitglied beim FC Bayern München. 2012 ist er ausgetreten. Der Grund: Der FC Bayern München gehört dem Bündnis "Ja zur 3. Startbahn" am Flughafen München an. Über den Flughafen-Ausbau wurde im Bayernland heftig gestritten. Und Janecek streitet gerne und viel für das, was er für richtig hält. Mit seiner Klage vor dem Bundesverwaltungsgericht zwang er 2007 die Münchner Stadtverwaltung zur Einrichtung der Umweltzone in der bayerischen Landeshauptstadt und verdiente sich damit den Kampfnamen "Mister Feinstaub". Janecek, geboren 1976, ist seit vier Jahren Landesvorsitzender der Grünen in Bayern.

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Spitzenpersonal in spe bei den Grünen:Simone Peter

Wahl-O-Mat fuer Landtagswahl im Saarland geht online

Quelle: dapd

Die Mikrobiologin Simone Peter ist eine Vorzeige-Umweltpolitikern: Ihre Doktorarbeit widmete sie der Sauberkeit der Saar. Als Umweltministerin in den Jamaika-Koalitionen unter Peter Müller (CDU) und Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) kümmerte sie sich bis zum Januar 2012 um den Zustand von Stadt, Land und Fluss. Zuvor war sie am Aufbau der Agentur für Erneuerbare Energien in Berlin beteiligt. Grüner kann eine Grüne kaum sein. Gut möglich, dass die 46-Jährige in Berlin einen Beitrag leisten könnte, das etwas stumpf gewordene Profil der Grünen als Umweltpartei wieder zu schärfen. Natürlich hing ihre weitere Karriere auch vom Abschneiden von Bündnis 90/Die Grünen bei der Saar-Wahl am 25. März ab: Mit der Spitzenkandidatin Peter schaffte es die Partei knapp über die fünf Prozent-Hürde.

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Spitzenpersonal in spe bei den Grünen:Stefan Wenzel

Landtag stimmt für drei neue Naturschutzgesetze

Quelle: dpa

Unabhängig voranzugehen, das scheint Stefan Wenzel ziemlich wichtig zu sein. Der Agrarökonom, der im Mai 50 wird, betrieb jahrelang eine Selbstversorgerlandwirtschaft, lebt in einem energieunabhängigen Wohnprojekt - und ist laut seiner Webseite der einzige grüne Landtagsabgordenete im südlichen Niedersachsen. Bereits seit 2004 ist er Fraktionsvorsitzender der Grünen im Landtag von Hannover und dürfte sich besonders geärgert haben, was Christian Wulff 2010 als damaliger Regierungschef auf Anfrage der Landtagsgrünen zu seinen Geschäftsbeziehungen für Antworten gab. Im Zuge der Wulff-Affäre machte sich Wenzel dann Luft: "Wulff ist ein Lügner, und er sollte seinen Hut nehmen, bevor er Recht und Gesetz und Anstand noch mehr in den Dreck zieht", sagte er im Januar 2012. Damit riskierte er einen Strafprozess wegen Verunglimpfung des Bundespräsidenten. Dazu kam es nicht, und Wulff trat einen Monat später zurück. Mut hat Wenzel also, und mit seiner deutlichen Meinung hat er an Profil deutlich zugelegt.

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Spitzenpersonal in spe bei den Grünen:Kerstin Andreae

Kerstin Andreae

Quelle: picture-alliance/ dpa

Als Kerstin Andreae Anfang der neunziger Jahre in der Grünen-Hochburg Freiburg als Vertreterin der Grün-Alternativen Jugend Baden-Württemberg aufschlug, verteidigte sie noch deren Unabhängigkeit von der Partei. Allerdings war das auch der Start einer steilen innerparteilichen Karriere: Ab 1992 konzentrierte sie sich als Mitglied des Kreisvorstands der Grünen auf die klassische Parteiarbeit, zog 1999 in den Landesvorstand und 2002 in den Bundestag ein. Dort ist sie seit 2007 Wirtschaftssprecherin der Fraktion. Die dem Reformerflügel der Partei angehörende Diplom-Volkswirtin war einige Zeit recht präsent in den Medien, schien frischen Wind in die Partei zu bringen und sah schon nach einem echten Shooting-Stars aus. Doch obwohl sie inzwischen stellvertretende Fraktionsvorsitzende ist und als klug, überlegt und gut vernetzt gilt, ist die 43-Jährige der breiten Öffentlichkeit noch immer nicht bekannt.

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Spitzenpersonal in spe bei den Grünen:Boris Palmer

Pk Windpark 'BARD Offshore 1'

Quelle: picture alliance / dpa

Boris Palmer ist einer der bekanntesten Oberbürgermeister Deutschlands. Das verdankt er - neben seiner Parteizugehörigkeit und seiner "Jugend" - vor allem seinem Kampf gegen Stuttgart 21. Der 40-Jährige, der bereits seit fünf Jahren Stadtoberhaupt von Tübingen ist, entwickelte sich schnell zum Wortführer der Protestbewegung gegen das milliardenschwere Bahnprojekt. In den Schlichtungsrunden unter der Führung von Heiner Geißler beeindruckte er mit Sachkenntnis und Rhetorik auch die Befürworterseite. Bahn-Technikvorstand Volker Kefer bot ihm - halb im Scherz - einen Job bei dem Unternehmen an, was Palmer ablehnte.

Nach dem Erfolg der Grünen bei der Landtagswahl 2011 galt Palmer als Kandidat für das Landeskabinett. Er entschied sich jedoch dafür, in Tübingen zu bleiben. Damit schürte er allerdings Gerüchte, sein Karriereplan sehe Berlin als nächstes Ziel vor. Dort käme er als Bundesverkehrsminister in Frage. Als Reformer und Befürworter schwarz-grüner Koalitionen ist er in der Partei jedoch nicht unumstritten.

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Spitzenpersonal in spe bei den Grünen:Karoline Linnert

Bürgerschaftswahlen Bremen

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Karoline Linnert hat alles andere als einen Traumjob: Seit 2007 ist sie ausgerechnet Finanzsenatorin in Bremen, dem Bundesland mit der höchsten Pro-Kopf-Verschuldung. Sie hat im Stadtstaat 1980 die Grünen mitgegründet, seit mehr als 20 Jahren sitzt sie in der Bremischen Bürgerschaft. Trotz ihres harten Sparkurses gehört Linnert zu den beliebtesten Politikern der Hansestadt.

Bei der vergangenen Bürgerschaftswahl im Mai 2011 überholten die Grünen dank "Karo-Dame" zum ersten Mal die CDU. Die 54-jährige Diplom-Psychologin gilt als harte Verhandlerin, tritt dabei jedoch menschlich angenehm auf. Sie ist pragmatisch und undogmatisch, theoretische Kursdebatten liegen ihr weniger.

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Schleswig-Holsteins Gruene ziehen die SPD der Union vor

Quelle: dapd

Robert Habeck hat schon einmal die Chance gehabt, in die erste Reihe der Grünen vorzurücken. 2008 handelte man den Chef der Nord-Grünen für den Bundesvorsitz - doch der gebürtige Lübecker winkte ab. Ein Jahr später fuhr der 43-Jährige das beste Wahlergebnis der Partei in Schleswig-Holstein ein. Seitdem führt der pragmatische Schriftsteller die Grünen-Fraktion im Kieler Landtag.

Bei der anstehenden Neuwahl im Mai 2012 ist Habeck alleiniger Spitzenkandidat - die Grünen dürfen mit einem Ergebnis von prächtigen 15 Prozent und der Beteiligung an der Landesregierung rechnen. Habeck könnte auch die Bundespartei weiterentwickeln in Richtung Bürgertum: Der studierte Philosoph plädiert für einen "linken Patriotismus" - und wäre wohl auch für Koalitionen mit der Union kompatibel.

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Spitzenpersonal in spe bei den Grünen:Gerhard Schick

Gerhard Schick

Quelle: oh

Bei den Grünen gilt eigentlich Jürgen Trittin als der Mann für das Ökonomische, spätestens nach der Entmachtung von Fritz Kuhn vor drei Jahren. Gerhard Schick hatte den bundesweit bekannten Kuhn entmachtet. Im Handstreich. Denn Schick wurde im November 2008 mit sechs Stimmen Vorsprung vor Kuhn in den Parteirat gewählt - und profiliert sich seither auf dem Gebiet wirtschaftspolitischer Fragen. Schick kommt aus Baden-Württemberg, ist seit 1996 Mitglied bei den Grünen und seit 2005 Mitglied des Bundestages. 2007 wurde er zum finanzpolitischen Sprecher der Fraktion gewählt. Der 1972 geborene Schick gilt als machtbewusst und ehrgeizig.

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Spitzenpersonal in spe bei den Grünen:Sylvia Löhrmann

Landtag NRW

Quelle: dpa

Sylvia Löhrmann hat 2010 die rot-grüne Minderheitsregierung in Nordrhein-Westfalen zusammen mit Hannelore Kraft geschmiedet - und damit den bisherigen Gipfel ihrer Macht erklommen. Einen Gipfel, von dem aus der Blick auch auf Berlin fallen könnte. Löhrmann fand den Weg zu grünen Ideen über die Frauen- und Anti-Atomkraft-Bewegung. 1985 trat sie in die damals junge grüne Partei ein, 1995 zog sie erstmals in den Landtag ein. Die 55-jährige Löhrmann stieg anschließend schnell auf, wurde Parlamentarische Geschäftsführerin und Fraktionsvorsitzende der Grünen in NRW. Die Zeit als stellvertretende Ministerpräsidentin nutzt sie, um ihr Profil weiter zu schärfen. Die ehemalige Lehrerin ist eine gute Strategin, die reden und überzeugen kann, und sie verfügt über hohe Beliebtheitswerte in ihrem Bundesland.

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Spitzenpersonal in spe bei den Grünen:Sven Giegold

Sven Giegold

Quelle: oh

"Wichtigster junger Deutscher", so nannte Neon, das Befindlichkeitsmagazin für alle, die nicht erwachsen werden wollen, Sven Giegold bereits vor neun Jahren. Giegold war damals Anfang dreißig, hatte aber tatsächlich schon viel bewegt. Unter anderem gründete der in Las Palmas de Gran Canaria, Spanien, geborene Giegold die deutsche Sektion der Globalisierungskritiker von Attac. Immer noch bewegt sich dort, wo Giegold ist, einiges. Vielleicht ist es nicht mehr ganz so viel, wie der 42-Jährige es gerne hätte. 2008 verabschiedete sich Giegold aus der deutschen Attac-Spitze und wurde Mitglieder der Grünen. 2009 wechselte er ins Europäische Parlament, ist dort Mitglied im Ausschuss für Wirtschaft und Währung und stellvertretendes Mitglied im Ausschuss für Beschäftigung und soziale Angelegenheiten. Der Experte für Globalisierung und internationale Finanzmärkte gilt als guter Redner - und verfügt über viele Kontakte. Mag sein, dass er das mit dem Kontakteknüpfen in Hannover gelernt hat, denn dort hat er sein Abitur gemacht.

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Spitzenpersonal in spe bei den Grünen:Konstantin von Notz

Konstantin von Notz, Bündnis 90/Die Grünen

Quelle: oh

Die Piraten machen den Grünen Wähler abspenstig. Das wissen die Grünen. Und was tun sie dagegen? Das weiß Konstantin von Notz. Der 1971 geborene Jurist ist der innenpolitischer Sprecher der Partei und Netzexperte. Und so verspottet von Notz die Polit-Neulinge schon mal, wenn sie beispielsweise ihre Seite im Zuge der weltweiten Sopa-Proteste zu spät schwärzen. Von Notz gilt als gewandt im politischen Betrieb und ist in seiner Partei - es mag nicht verwundern - gut vernetzt.

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Spitzenpersonal in spe bei den Grünen:Alexander Bonde

Alexander Bonde

Quelle: picture alliance / dpa

Von 2002 bis 2011 saß Alexander Bonde als Haushaltsexperte für die Grünen im Bundestag, seit dem überragenden Sieg seiner Partei in Baden-Württemberg ist der 37-Jährige der Agrar- und Verbraucherschutzminister der grün-roten Regierung von Winfried Kretschmann. Wie seine Vorgänger von der CDU tourt er unermüdlich durchs "Ländle", besucht frostgeschädigte Winzer, eröffnet die Landesgartenschau in Horb am Neckar und fordert mehr Personal für die Lebensmittelüberwachung. Bonde ist ein guter Redner und gilt als gewiefter Stratege. Privat lebt er in einer schwarz-grünen Koalition: Er ist mit der CDU-Politikerin Conny Mayer-Bonde verheiratet.

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Spitzenpersonal in spe bei den Grünen:Omid Nouripour

Omid Nouripour

Quelle: dpa

Der Deutsch-Iraner Omid Nouripour beschäftigt sich als grüner Politiker mit den Themen Krieg und Frieden. Im Bundestag ist er Fraktionssprecher für Sicherheitspolitik. Er ist ein gefragter und kundiger Ansprechpartner für die Medien, wenn es um Bundeswehreinsätze oder den Kampf gegen den Terror geht. Deshalb ist er bekannter als manche andere Fraktionssprecher der Partei. Er selbst begründet sein Interesse an der Sicherheitspolitik mit seiner Vita: 1975 in Teheran geboren und aufgewachsen prägte ihn der Iran-Irak-Krieg. In seiner Jugend kam er nach Frankfurt, bei den Grünen erhielt er eine politische Heimat. Dort habe man ihn nicht gefragt, woher er käme: "Das beeindruckte mich, also blieb ich".

2006 war Nouripour für Joschka Fischer über die Landesliste Hessen in den Bundestag nachgerückt. Seit 2008 ist er Mitglied des Haushalts- und Verteidigungsausschusses und seit Dezember letzten Jahres Vorstandssprecher der Frankfurter Grünen.

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Spitzenpersonal in spe bei den Grünen:Franz Spitzenberger

Franz Spitzenberger will Gruenen-Spitzenkandidat werden

Quelle: dapd

Franz Spitzenberger gehört mit 63 Jahren nicht zu den jungen Grünen - ist als Grüner aber noch sehr jung. Seit 2011 ist er Parteimitglied. Der weitgehend unbekannte Bayer aus Sonthofen hat sich aber tatsächlich auf einen der Posten als Spitzenkandidat für die Bundestagswahl beworben - und erhielt einen Stimmenanteil von 0,36 Prozent (zum Vergleich: Trittin erhielt fast 72 Prozent der Stimmen).

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Spitzenpersonal in spe bei den Grünen:Werner Winkler

Werner Winkler will Gruenen-Spitzenkandidat werden

Quelle: dapd

Ebenfalls nicht gerade prominent ist Werner Winkler aus dem baden-württembergischen Waiblingen, der sich auch schon um einen Einsatz als Spitzenkandidat bewirbt. Wie Spitzenberger ist er seit 2011 bei den Grünen und bislang nur lokal engagiert. Winkler erhielt bei der Urwahl immerhin 1,33 Prozent der Stimmen - und kam damit an Platz 6 der 15 Bewerbungen.

Nach Spitzenberger und Winkler hatten noch neun weitere Grüne von der Basis ihre Kandidatur erklärt. Ihre Namen hat man außerhalb ihrer grünen Lokalverbände noch nie gehört: Markus Meister, Thomas Austermann, Patrick Held, Nico Hybbeneth, Roger Jörg Kuchenreuther, Alfred Mayer, Hans-Jörg Schaller, Friedrich Wilhelm Merck und Peter Zimmer.

© Süddeutsche.de/liv/segi/mikö/mcs/grc/sana/kler/odg/lala
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