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Bekannte Spionage-Fälle:Alfred Redl

Alfred Redl machte Karriere in der Armee der österreichisch-ungarischen Doppelmonarchie. Der Offizier galt als fleißig und vertrauenswürdig, sprach Polnisch und Russisch und schaffte es bis zum Vize-Chef des Militärgeheimdienstes, dem "Evidenzbüro". Dort hatte Redl Zugriff auf nahezu alle Geheimsachen der österreichischen Spionage. Redl verriet alles Wissenswerte an das zaristische Russland, wo er als Agent Nr. 25 und R geführt wurde. Redl war homosexuell (was damals verpönt und verboten war) und damit erpressbar.

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Zwischenzeitlich flog Redl fast auf: Nach einem Tipp suchte das Evidenzbüro nach einem Leck - ohne Erfolg. Kein Wunder: Redl leitete die Ermittlungen. 1913 wurde er enttarnt, als er als "Nikon Nizetas" eine postlagernde Geldsendung abholte. Redl sollte sich, nach einem knappen Geständnis, das Leben nehmen. Im Folgejahr, nach dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges, zeigte sich die Wirkmächtigkeit von Redls Verrat: Die Russen kannten die Aufmarschpläne Österreich-Ungarns.

Die Motivation: Redl führte ein extravagantes Leben, das viel Geld kostete. Für seinen Verrat erhielt er vom russischen Geheimdienst Raswedka üppige Gagen. Dafür leistete er sich Automobile und Diener, tafelte in teuersten Restaurants und kaufte sich edle Uhren. Außerdem stattete er seinen Liebhaber mit Geld aus, finanzierte ihm Wohnung und Reitpferde. Binnen weniger Jahre zahlte er auf ein Konto 150 000 Kronen ein - das Zehnfache seines Jahresgehalts.