Bekannte Spionage-Fälle Ferdinand Walsin-Esterházy (Die Dreyfus-Affäre)

Der französische Hauptmann Alfred Dreyfus wurde Ende des 19. Jahrhunderts des Landesverrats beschuldigt, verurteilt und auf die Teufelsinsel vor Französisch-Guayana deportiert. Es stellte sich schließlich heraus, dass der Soldat zu Unrecht beschuldigt worden war. Man hatte ihm den Verrat in die Schuhe geschoben, den ein anderer Offizier begangen hatte: Ferdinand Walsin-Esterházy hatte sich Berlin als Spion angeboten und den Deutschen Informationen zukommenlassen. Nachdem er dessen verdächtigt worden war, wurde er in einem Militärprozess freigesprochen. Als es immer schwieriger wurde, zu leugnen, dass Dreyfus unschuldig war, floh Esterházy nach London.

Die Motivation: Esterházy hatte zwar eine wohlhabende Frau geheiratet, hielt sich jedoch mehrere Geliebte und war offenbar spielsüchtig. Vermutlich um seinen finanziellen Ruin zu verhindern, spielte er dem deutschen Militärattaché in Paris Informationen zu.

Erster Weltkrieg Sex-Skandal mit Adelskomponente
Münchner Neueste Nachrichten vom 10. Juli 1914

Sex-Skandal mit Adelskomponente

Vor 100 Jahren rätseln die Münchner, welche ungenannte "Hoheit" sich mit einem Jung-Aristokraten um eine heimische Prostituierte zankt. Die SZ-Vorgängerzeitung schreibt auch von russischer Spionage in Berlin - und von Foltervorwürfen gegen österreichische Ermittler.   Von Oliver Das Gupta