DDR-Spionage:Ende Legende

DDR-Spionage: Ganz nah dran: Günter Guillaume (Mitte) im Jahr 1973 zwischen Kanzler Willy Brandt (links) und Helmut Schmidt.

Ganz nah dran: Günter Guillaume (Mitte) im Jahr 1973 zwischen Kanzler Willy Brandt (links) und Helmut Schmidt.

(Foto: Jan Michael/Imago/Sven Simon)

Die Auslandsspionage der Stasi galt als eine der besten der Welt, mit Quellen hoch bis zu Kanzler Willy Brandt. Aber war sie das wirklich? Der Historiker Michael Wala hat in die Archive geschaut und kommt zu einem anderen Urteil.

Von Christoph Koopmann

Legendenbildung ist ein wesentlicher Teil des Spionagewesens, wo Täuschung das Geschäftsmodell ist. Legende nennt ein Geheimdienstler den erfundenen Lebenslauf, den er sich zur Tarnung gibt. Eine etwas andere Legendenbildung haben wiederum die einstigen Spione der DDR nach deren Untergang betrieben: Nämlich insofern, als sie überaus erfolgreich unter die Leute brachten, die ostdeutsche Auslandsspionage sei eine der besten der Welt gewesen. Die "Hauptverwaltung Aufklärung" (HVA) des Ministeriums für Staatssicherheit unter Spionagechef Markus Wolf habe Quellen überall in der verfeindeten Bundesrepublik gehabt, erzählten sie gern, an allen wichtigen Schaltstellen, mit dem Referenten Günter Guillaume sogar an der Seite des Bundeskanzlers Willy Brandt.

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