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Spionage:"Kein Streichelzoo"

Der Chef des Schweizer Auslandsgeheimdiensts äußert sich zur Affäre um einen in Deutschland enttarnten Spion. Der Verteidigungsminister erklärt: Dies sei nicht Spionage, sondern Verteidigung gegen deutsche Spionage.

Nach der Festnahme eines Schweizers unter Spionageverdacht in Deutschland hat der Schweizer Geheimdienst NDB konkrete Angaben zu dem Fall abgelehnt. NDB-Chef Markus Seiler sagte aber, der Nachrichtendienst sei generell in der Schweiz und im Ausland aktiv. Zu seinen Aufgaben gehöre auch die Spionageabwehr. Es gelte zu verhindern, dass "jemand mit illegalen Mitteln Geheimnisse stiehlt". Seiler sagte: "Die nachrichtendienstliche Arbeit ist kein Streichelzoo." Die Schweiz und Schweizer Banken würden regelmäßig Opfer von Spionage, sagte Verteidigungsminister Guy Parmelin. Die Aufgabe des Nachrichtendienstes sei es, dies aufzudecken. Der 54 Jahre alte Schweizer war in Frankfurt verhaftet worden. Nach Angaben seiner Anwälte wird ihm vorgeworfen, deutsche Steuerfahnder ausspioniert zu haben. Seit Januar 2006 hatten mehrere deutsche Bundesländer CDs mit Bankdaten von Steuerbetrügern aus der Schweiz und Liechtenstein gekauft.

© SZ vom 03.05.2017 / dpa

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