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SPD-Vorsitz:Stichwahl zwischen Scholz/Geywitz und Walter-Borjans/Esken

Ergebnis des SPD-Mitgliedervotums zum Parteivorsitz

Die Kandidatenpaare Walter-Borjans und Saskia Esken (links) sowie Olaf Scholz und Klara Geywitz gratulieren einander zum Einzug in die Stichwahl.

(Foto: dpa)
  • Das Rennen um den SPD-Vorsitz wird in einer Stichwahl entschieden - angesichts des knappen Ergebnisses der ersten Runde bleibt es spannend.
  • Im zweiten Wahlgang treten Finanzminister Olaf Scholz und Klara Geywitz gegen Nordrhein-Westfalens früheren Finanzminister Norbert Walter-Borjans und die Bundestagsabgeordnete Saskia Esken an.
  • Die Paarung Scholz/Geywitz erhielt knapp 22,7 Prozent der gültigen Stimmen, dicht gefolgt von Walter-Borjans/Esken mit gut 21 Prozent.

Bundesfinanzminister Olaf Scholz und seine Partnerin Klara Geywitz haben den Mitgliederentscheid über den Parteivorsitz knapp gewonnen, die erforderliche absolute Mehrheit aber sehr deutlich verfehlt. Sie treten nun in einer Stichwahl gegen den früheren nordrhein-westfälischen Finanzminister Norbert Walter-Borjans und die Bundestagsabgeordnete Saskia Esken an, wie Dietmar Nietan vom SPD-Wahlvorstand in Berlin mitteilt. Das Duo Scholz/Geywitz kam auf knapp 22,7 Prozent, während die Zweitplatzierten auf gut 21 Prozent kamen.

"Danke Euch allen, danke SPD! Heute überwiegt erst einmal die Freude bei uns, und auch ein bisschen die Erleichterung über das Ergebnis. Das Mitgliedervotum hat uns allen gutgetan. Nun geht es in die zweite Runde, wir freuen uns auf die Debatte mit Saskia und Norbert", twitterte Scholz im Anschluss an die Verkündung.

Die Entscheidung zwischen beiden Paaren fällt nun in einem zweiten Mitgliederentscheid bis zum 30. November. Außerdem müssen die Gewinner auf einem Parteitag Anfang Dezember noch bestätigt werden.

Zwei Wochen lang konnten die gut 425 000 Parteimitglieder darüber abstimmen, wer die SPD künftig führen soll - etwa 53,3 Prozent haben schlussendlich ihre Stimme abgegeben. Sechs Duos standen für die Nachfolge der zurückgetretenen Parteichefin Andrea Nahles zur Wahl. Sie waren in 23 Regionalkonferenzen durch Deutschland getourt. Klare Favoriten gab es bis zum Schluss nicht. Das spiegelt sich im Ergebnis: Die Gewinner-Duos konnten sich zwar etwas absetzen, liegen aber dicht beieinander. Ebenso wie die dann folgenden Paarungen. Einzig abgeschlagen mit knapp 10 Prozent: das Team Schwan/Stegner.

Der Parteitag wird auch über den Verbleib der SPD in der großen Koalition entscheiden. Die Entscheidung über den Vorsitz ist damit auch eine über das Regierungsbündnis: Nur schwer vorstellbar ist, dass die Delegierten zuerst eine Doppelspitze wählen, die in der Groko bleiben will - um dann kollektiv den Ausstieg zu beschließen. Oder andersrum.

250 Freiwillige zählten Stimmen

Scholz und Geywitz waren unter den sechs Bewerberteams die einzigen, die klar für eine Fortsetzung der großen Koalition bis zur nächsten Bundestagswahl 2021 plädierten. Walter-Borjans hat dies offengelassen, während seine Partnerin Esken den Ausstieg aus der Koalition fordert.

Die Auszählung der Stimmen hatte am Samstagmorgen im Willy-Brandt-Haus begonnen. Insgesamt 250 Freiwillige aus ganz Deutschland waren im Einsatz. Pistorius mahnte seine Partei zur Geschlossenheit. Entscheidend sei am Ende, dass sich alle hinter dem Ergebnis versammelten, auch wenn die Wahlbeteiligung nicht so irre hoch sei, sagte Pistorius der Deutschen Presse-Agentur in Erfurt. "Das Ergebnis muss stehen." Die kommissarische SPD-Vorsitzende Malu Dreyer sprach von einem "besonders wichtigen Tag für unsere Partei". Mit diesem Mitgliedervotum habe die Partei etwas Neues gewagt.

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