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SPD-Troika und Hannelore Kraft:Sozialdemokratische Zauderköpfe

Hannelore Kraft ist erneut Regierungschefin in NRW - und steht derzeit vor Merkel an der Spitze der beliebtesten Politiker. Doch soll sie K-Kandidatin werden? Vor allem hat ihre Beliebtheit mit dem leichten Modergeruch der SPD-Troika zu tun.

Hannelore Kraft ist in Nordrhein-Westfalen erneut zur Ministerpräsidentin gewählt worden. Diesmal hat Rot-Grün eine stabile Mehrheit, und nicht erst im Wahlkampf hat Kraft ihre früheren Ungeschicklichkeiten vergessen gemacht. Sie ist alles andere als eine Ypsilanti aus Düsseldorf. Wegen ihrer bodenständigen Entschiedenheit wird sie sogar bundesweit als die halbwegs neue Hoffnung der SPD wahrgenommen. Zwar sind diese Popularitätsrankings mittelfristig so zuverlässig, wie es kurzfristig die Torrichter in der Ukraine sind, aber immerhin steht Kraft derzeit vor Merkel an der Spitze der beliebtesten Politiker.

Dies hat vor allem damit zu tun, dass die SPD-Troika allmählich einen leichten Modergeruch verströmt. Bis nächstes Jahr will man die aus Angst vor der Entscheidung geschaffene Behelfsführung noch beibehalten. Dies ist falsch, zumal angesichts der krisenhaften Lage in Europa. Warum soll der Wähler eine Partei mit der Post-Merkel-Führung beauftragen wollen, deren sich freundschaftlich belauernde Chef-Figuren zu dritt nach Paris reisen müssen, weil man sonst ja mutmaßen könnte, es sei etwas passiert an der SPD-Spitze?

Nein, Kraft eignet sich nicht als Kanzlerin und sie will es auch gar nicht. Die Trio-Männer aber wollen es jeder für sich schon, der eine mehr als der andere, aber keiner traut es dem jeweils anderen so recht zu, vor allem nicht dem Gabriel. Kurioserweise traut der es sich selbst eigentlich auch nicht zu, jedenfalls nicht 2013, aber weil er so ist, wie er ist, wartet er auf die Umstände, die das für ihn irgendwie entscheiden sollen. Die Troika wird immer mehr zum Zauderkopf-Trio, und deswegen mögen die Leute die pragmatische Frau Tu-was-Kraft.