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SPD:Stegner kritisiert Juso-Chef Kühnert

Ralf Stegner

Ralf Stegner (Archivbild)

(Foto: dpa)
  • Juso-Chef Kevin Kühnert hatte angekündigt, für einen Vorstandsposten in der SPD kandidieren zu wollen.
  • Sein Parteigenosse Ralf Stegner wirft ihm jetzt vor, damit eigene Interessen über die der Partei zu stellen.
  • Die neue Führung dürfte Interesse daran haben, unterlegene Kandidaten aus dem Wettbewerb um die Parteispitze als Vizes einzubinden.

Juso-Chef Kevin Kühnert hat mit seiner Ankündigung, auf dem SPD-Parteitag im Dezember für einen Vorstandsposten zu kandidieren, Ärger in den eigenen Reihen ausgelöst. Ralf Stegner, Parteivize, wirft ihm vor, eigene Interessen vor das Wohl der Partei zu stellen. In diesen Tagen sind mehr als 420 000 Genossen aufgerufen, über ihre Favoriten für die künftige Doppelspitze in einer Stichwahl zu entscheiden. "Ich-bezogene Aktivitäten, wie ich sie gerade in der SPD erlebe, sind nicht hilfreich", sagte Stegner der Süddeutschen Zeitung. "Momentan geht es darum, das Mitgliedervotum abzuwarten und weniger um innerparteiliche Feldgewinne."

Anfang der Woche hatte Kühnert Interesse am Stellvertreterposten erkennen lassen. Der SZ sagte er: "Das würde ich zumindest nicht ausschließen, dass das passieren könnte. Wir müssen ja jetzt nicht um den heißen Brei herumreden. Na klar."

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Die Spitzenposten in der SPD dürften hart umkämpft sein. Die Parteispitze will künftig statt sechs nur noch drei Vizes wählen. Insgesamt will die SPD ihre Gremien verkleinern. Auch darüber soll der Parteitag abstimmen. Die neue Führung dürfte Interesse daran haben, unterlegene Kandidaten aus dem Wettbewerb um die Parteispitze über diese Schlüsselstellen einzubinden. Sowohl das Kandidatenpaar Klara Geywitz und Olaf Scholz als auch das Duo Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans haben erklärt, die Partei nach der Entscheidung zusammenführen zu wollen.

Stegner hatte sich selbst um den Vorsitz beworben, scheiterte aber zusammen mit seiner Teampartnerin Gesine Schwan in der ersten Runde des Mitgliedervotums. Stegner ist seit 2014 Parteivize. Ob er wieder für diesen Posten kandidieren will, ließ er auf Nachfrage der SZ offen. Aus Respekt vor dem Mitgliedervotum wolle er sich "zum gegenwärtigen Zeitpunkt" nicht dazu äußern.

Fraglich ist auch, wie Kühnert im Fall seiner Wahl zum Parteivize mit seinem Posten als Juso-Chef umgehen will. Im Gespräch mit der SZ zeigte er sich unentschlossen, ob und wie beide Aufgaben miteinander vereinbar seien. Geplant ist bislang, dass Kühnert sich an diesem Freitag auf dem Bundeskongress des SPD-Nachwuchses in Schwerin als Juso-Vorsitzender bestätigen lässt.

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