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SPD-Spitzenkandidatin Hannelore Kraft im Interview:"Ich esse selten Currywurst"

SZ: Weil die CDU das anders sieht, ist im Wahlkampf über kaum ein anderes Thema so intensiv diskutiert worden wie über die Schulden. Welches andere Thema ist deshalb - aus Ihrer Sicht - leider völlig untergegangen?

Kraft: Im Straßenwahlkampf bin ich häufig auf das Thema Dumping-Löhne und den gesetzlichen Mindestlohn angesprochen worden, den sich viele Menschen wünschen und für den sich die SPD einsetzt, damit gute Arbeit entsprechend gewürdigt wird. Ältere und chronisch kranke Menschen haben mich außerdem auf die Abschaffung der Praxisgebühr angesprochen, für die wir uns einsetzen. Das ist ein wichtiges Thema, das leider im medialen Wahlkampf kaum stattgefunden hat.

SZ: Frau Kraft, Sie sind seit Ende März bei Twitter angemeldet. Wir haben Ihre Follower gefragt, was Sie gerne von Ihnen wissen möchten. Eine Frage, die mehrfach gestellt wurde, war: Welchen Stellenwert haben soziale Netzwerke für Sie?

Kraft: Twitter und Facebook begleiten mich, es ist Teil meines politischen Lebens geworden, aber ich nutze es auch privat. Unser Sohn war zum Beispiel jetzt monatelang im Ausland, da war es hilfreich, auch über soziale Netzwerke und Skype den Kontakt zu halten.

SZ: Das heißt, sie bleiben dem Internet auch nach der Wahl treu?

Kraft: Ja, sicher. Wir haben ja auch als Regierung viel gemacht. Unseren letzten Landeshaushalt haben wir im Internet mit 40.000 Nutzern diskutiert. Das ist für mich nichts Neues, nur haben wir - anders als etwa Frau Merkel - keinen großen PR-Etat. Alles, was sie derzeit initiiert, haben wir in NRW schon längst gemacht.

SZ: Eine andere Frage eines Twitter-Nutzers: Welchen SPD-Kanzlerkandidaten bevorzugen Sie?

Kraft: Es ist jetzt nicht an der Zeit, den Kanzlerkandidaten zu bestimmen. Wir werden das als Bundes-SPD Anfang nächsten Jahres entscheiden, wie geplant. Und bis dahin werben wir für unsere guten Inhalte, die wir auf dem letzten Bundesparteitag beschlossen haben.

SZ: Sie haben eine Kanzlerkandidatur abgelehnt. Gilt das auch für die Wahl 2017?

Kraft: Ich bleibe in NRW, weil ich hier die vorbeugende Politik zum Wohle der Menschen und der Zukunft des Landes umsetzen will. Das gilt auch für 2017.

SZ: Zwei internetaffine Menschen, die Tübinger Jusos Erik Flügge und Jonathan Gauß, haben via Facebook den SPD-Wahlkampf geprägt: mit ihrem Plakat "Currywurst ist SPD". Die Aktion brachte Ihnen einige Aufmerksamkeit. Wie viele Currywürste mussten Sie anschließend essen?

Kraft: Ich esse selten Currywurst. Die müssten nämlich glutenfrei sein, deshalb ist das für mich eher schwierig.

© Süddeutsche.de/segi/odg
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