SPD-Politiker und Chef der Friedrich-Ebert-Stiftung Peter Struck ist tot

Einer der profiliertesten SPD-Politiker ist tot. Peter Struck, früherer Verteidigungsminister, Fraktionsvorsitzender und Chef der Friedrich-Ebert-Stiftung, starb heute im Alter von 69 Jahren nach einem schweren Herzinfarkt in einem Berliner Krankenhaus.

Der frühere Verteidigungsminister und SPD-Politiker Peter Struck ist tot. Er starb nach Angaben eines Sprechers der Familie am Mittwoch im Alter von 69 Jahren im Berliner Krankenhaus Charité. Dort war er laut Angaben der Nachrichtenagentur dpa am Vortag mit einem schweren Herzinfarkt eingeliefert worden. Sein Tod wurde Süddeutsche.de von seinem Bonner Büro bei der Friedrich-Ebert-Stiftung bestätigt.

Struck war erst in der vergangenen Woche als Vorsitzender der SPD-nahen Friedrich-Ebert-Stiftung wiedergewählt worden. Der langjährige SPD-Fraktionsvorsitzende im Bundestag hatte schon vor einigen Jahren einen Herzinfarkt sowie einen Schlaganfall erlitten. Davon hatte er sich weitgehend wieder erholt.

Im Alter von 21 Jahren trat er in die SPD ein

Struck wurde am 24. Januar 1943 in Göttingen geboren. Im Alter von 21 Jahren trat er in die SPD ein. Der promovierte Jurist arbeitete zunächst in der Hamburger Verwaltung, 1973 wurde er zum Stadtrat und stellvertretenden Stadtdirektor der Stadt Uelzen gewählt. Seit 1983 war er als Rechtsanwalt zugelassen.

1980 zog Struck für den Wahlkreis Celle-Uelzen in den Bundestag ein. Bis 1998 war er Parlamentarischer Geschäftsführer der SPD-Bundestagsfraktion, deren Vorsitz er 1998 bis 2002 innehatte. Obwohl sein Verhältnis zum damaligen Bundeskanzler Gerhard Schröder gespannt war, übernahm er am 19. Juli 2002 das Amt des Verteidigungsministers von Rudolf Scharping.

Bereits kurz nach seinem Amtsantritt erklärte er, dass Deutschlands Sicherheit "auch am Hindukusch verteidigt" werde. Seine Bundeswehr-Politik zielte auf die bessere Vorbereitung auf Auslandseinsätze und war mit starken Einsparungen verbunden.

In der Großen Koalition von 2005 bis 2009 übernahm er nochmals den SPD-Fraktionsvorsitz. Zur Bundestagswahl 2009 trat er nicht mehr an. Peter Struck hinterlässt seine Frau Brigitte, drei Kinder und zahlreiche Enkel.