SPD Opposition ist doch Mist

Die SPD quält sich durch Personalentscheidungen. Spaß macht das nicht.

Von Nico Fried

Wenn die SPD sich am Montag durch weitere Personalentscheidungen quält, sollte man noch einmal an den Jubel erinnern, mit dem sie am Wahlabend die Entscheidung für die Opposition begrüßte. Das sozialdemokratische Kollektiv begeistert sich seither am Aufbruch in die Machtlosigkeit. Einige Individuen indes rangeln vor allem um den überschaubaren Einfluss, den die wenigen verbliebenen Spitzenposten versprechen. Motto: Opposition ist kein Mist, aber natürlich nur unter meiner Führung.

Vordergründig geht es lediglich um Positionen in der zweiten Reihe: SPD-Generalsekretär und Bundestagsvizepräsident. Tatsächlich geht es schon nach wenigen Wochen um eine Machtprobe zwischen dem Parteichef Martin Schulz und der Fraktionsvorsitzenden Andrea Nahles. Wenn einer von beiden seinen Vorschlag für den jeweiligen Posten nicht durchbekommt, steht die Autorität infrage. Den Schaden hätte die ganze Partei. Das haben Schulz und Nahles schon mal prima hingekriegt.

Genau genommen geht es in diesem Duell aber auch um Vergangenheit und Zukunft. Ob Andrea Nahles die SPD wieder in bessere Zeiten führen kann, ist völlig offen. Schulz indes ist nach einem Wahlergebnis von 20,5 Prozent ganz sicher nicht mehr der Mann, mit dem die SPD die Zukunft gewinnt. Er persönlich aber hat durchaus noch etwas zu verlieren: den Respekt der anderen.