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SPD bei den Kommunalwahlen in NRW:An Rhein und Ruhr Misere nur

Zerstoertes Wahlplakat in der Innenstadt zur Kommunahlwahl am 13. September 2020, Logo der SPD auf einem Wahlplakat Wah

Ein Viertel ihrer Wähler hat die SPD bei der Kommunalwahl in Nordrhein-Westfalen verloren.

(Foto: imago images/Rene Traut)

Ja, es waren nur Kommunalwahlen. Ja, die Corona-Pandemie hat die Wahl überschattet. Aber der Trend ist eindeutig. Nicht einmal mehr im einstigen Stammland vermag die SPD, ihren Niedergang zu bremsen.

Kommentar von Joachim Käppner

"Du hast nen Pulsschlag aus Stahl", sang Herbert Grönemeyer einst über Bochum. Das ist lange her, die Schwerindustrie und mit ihr das klassische Arbeitermilieu gibt es im Ruhrgebiet nur noch sporadisch. Aber noch immer spricht man von der Herzkammer der Sozialdemokratie, die hier das politische Denken und Handeln bestimmte. Nicht nur an der Geschichte gemessen, sondern auch an ihren Ansprüchen hat die SPD ausgerechnet in Nordrhein-Westfalen ein Debakel erlitten, an der Einzelerfolge in alten Hochburgen wie in Dortmund nicht viel ändern.

Nicht einmal mehr im einstigen Stammland vermag die Partei ihren Niedergang zu bremsen, ganz im Gegenteil. Das ist nicht nur, aber auch die Quittung für das akademisch-weltfremde Gebaren der neuen SPD-Doppelspitze, die sich der traditionellen Wählerschaft und deren Welt offenkundig immer mehr entfremdet.

Als Erben empfahlen sich auch bei diesen Kommunalwahlen die Grünen. Und Armin Laschet, der nach CDU-Vorsitz und Kanzlerschaft greift, kann das nicht überwältigende, aber gute Ergebnis seiner Partei als Ermutigung begreifen. Die SPD jedoch wird sich, wenn sie sich nicht auf jene Stärken besinnt, die sie an Rhein und Ruhr wie kaum irgendwo sonst besaß, sehr schwer tun, den Puls der Zeit wiederzufinden.

© SZ vom 14.09.2020
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