In der SPD wächst die Kritik an der geplanten Wohngeldreform der Bundesregierung. Hamburgs SPD-Fraktionschef Dirk Kienscherf nannte sie im NDR Hamburg eine „sozialpolitisch und wohnungspolitisch falsche Entscheidung“. Die Hamburger SPD will die Pläne daher stoppen. Auch der Spitzenkandidat für die Berliner Abgeordnetenhauswahl am 20. September, Steffen Krach, forderte im Deutschlandfunk erneut, geplante Kürzungen beim Wohngeld aufzuhalten.
Wohngeld soll Haushalte mit niedrigem Einkommen entlasten. 2019 wurden die Geldmittel dafür aufgestockt. Zu einer weiteren, deutlichen Verbesserung kam es Anfang 2023 durch das Wohngeld-Plus-Gesetz. Dadurch verdoppelte sich die Zahl der Haushalte, die die Leistung beziehen. Weil er nun sparen muss, unternimmt der Bund mit dem „Referentenentwurf eines Gesetzes zur Vereinfachung und Fortentwicklung des Wohngeldgesetzes“ aktuell eine Rolle rückwärts. Laut Deutschem Mieterbund sollen die Ausgaben von 4,7 auf 2,6 Milliarden sinken. Bundesbauministerin Verena Hubertz (SPD) schätzte im Juni, durch die Reform werde ein Drittel der bisher berechtigten Haushalte aus dem Wohngeld fallen.