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ARD-"Deutschlandtrend":SPD startet mit neuem Umfragetief in Koalitionsverhandlungen

SPD startet in GroKo-Verhandlungen mit Umfragetief

Martin Schulz führt die SPD am heutigen Freitag in die Koalitionsverhandlungen mit der Union.

(Foto: AP)
  • Am heutigen Freitag starten die Koalitionsverhandlungen zwischen Union und SPD.
  • Die SPD geht mit schlechten Nachrichten in die Gespräche - laut ARD-Deutschlandtrend würden sie derzeit nur 19 Prozent der wahlbrechtigten Deutschen wählen, das ist ein Rekordtief.
  • Darüber hinaus glaubt kaum jemand, dass es der Partei gelingt, das Sondierungsergebnis noch in ihrem Sinne zu verändern.

Schlechte Nachrichten für die SPD zum Auftakt der Koalitionsverhandlungen an diesem Freitag: Die Partei sackt im ARD-"Deutschlandtrend" in der Wählergunst auf 19 Prozent ab. Das ist der niedrigste Wert, den das Umfrageinstitut Infratest dimap seit Beginn der Erhebung im November 1997 gemessen hat. Im Vergleich zum Deutschlandtrend vom 4. Januar verloren die Sozialdemokraten weitere zwei Prozentpunkte.

Die Umfrage verschafft der SPD alles andere als Rückenwind für die Gespräche mit der Union über eine neue große Koalition. Auf ihrem Parteitag am vergangenen Sonntag hatte die Partei beschlossen, das Sondierungsergebnis nachbessern zu wollen. Unter anderem fordern die Sozialdemokraten ein Aus für sachgrundlose Befristungen von Arbeitsverträgen, die Einführung einer Bürgerversicherung sowie eine zusätzliche Härtefallregelung für den Familiennachzug von Flüchtlingen mit eingeschränktem Schutzstatus.

Die Union, die in der aktuellen Umfrage unverändert auf 33 Prozent kommt, hat jedoch bisher signalisiert, dass sie das Ergebnis der Sondierungen weitgehend als gesetzt betrachtet. Lediglich in der Gesundheitspolitik gibt es versöhnliche Töne. Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) sagte den Zeitungen der Funke Mediengruppe: "Wir wollen weitere Verbesserungen für gesetzlich Versicherte, ob es um die Versorgung im ländlichen Raum oder einen schnelleren Zugang zum medizinischen Fortschritt geht."

AfD verliert leicht

Auch die überwiegende Mehrheit der Wähler glaubt nicht, dass es der SPD gelingt, das Sondierungsergebnis noch in ihrem Sinne zu ändern. 58 Prozent erwarten demnach nur wenig Veränderungen, 14 Prozent gar keine. Dagegen gehen nur 18 Prozent davon aus, dass die Partei viele ihrer Forderungen durchsetzen kann.

Sollte es Union und SPD nicht gelingen, eine neue Koalition zu bilden, würde es wahrscheinlich zu Neuwahlen kommen. Die Entscheidung darüber liegt allerdings bei Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier.

Die AfD verliert in der aktuellen Umfrage einen Punkt auf zwölf Prozent. Die Grünen bleiben bei elf Prozent. FDP und Linke gewinnen je einen Punkt auf jeweils zehn Prozent. Die Meinungsforscher befragten vom 22. bis 24. Januar 1043 Wahlberechtigte. Der Zeitraum liegt damit nach dem SPD-Parteitag am 21. Januar, auf dem sich die mehr als 600 Delegierten mit einer relativ knappen Mehrheit für Koalitionsverhandlungen mit der Union ausgesprochen hatten.

© Süddeutsche.de/dpa/AFP/mane/bepe
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