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SPD:Entdeckung des Digitalen

SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz schließt zur Kanzlerin auf. Er will Deutschland digital starkmachen - endlich.

Von Marc Beise

Eine starke Forderung: SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz "will, dass der Staat online geht - und zwar 24 Stunden am Tag, sieben Tage in der Woche". Das ist Teil des Zehn-Punkte-Plans für Deutschland, mit dem die SPD wieder nach vorne kommen will, dazu gehören auch eine "Innovationsallianz" und eine "Bildungsoffensive". Das kann man bespötteln, weil die Schlagwörter so offensichtlich sind. Man kann es aber auch begrüßen, dass Schulz endlich nicht mehr nur das Gerechtigkeitslied anstimmt.

Die Digitalisierung ist ein Megathema, dem die Politik gar nicht zu viel Aufmerksamkeit schenken kann, und ja, der Staat müsste hier Zeichen setzen - Onlineverwaltung statt Wartemarkenziehen im Amt. Das Thema füllt keine Bierzelte, wohl wahr, aber es entscheidet maßgeblich über Deutschlands Zukunft. Die Herausforderung der Digitalisierung, die Vernetzung von allem mit allem, hat bei Kanzlerin Merkel seit Jahren höchste Priorität - gut, dass Schulz nachziehen will. Dabei ist es nicht einmal so, dass die SPD hier blank wäre. Das Wirtschaftsministerium erst unter Sigmar Gabriel und jetzt unter Brigitte Zypries kämpft seit Langem an der Seite des Kanzleramts, schmiedet Bündnisse, ermuntert die Industrie, verhandelt international.

Der Kanzlerkandidat hatte das bisher noch nicht so recht mitbekommen. Jetzt ist er in der Spur, und das ist gut für Deutschland.

© SZ vom 17.07.2017
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