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Kommissarische Vorsitzende:Dreyer zieht sich aus SPD-Spitze zurück - Geywitz will Parteivize werden

Dreyer zieht sich von Spitze der Bundes-SPD zurück

Malu Dreyer will sich auf Rheinland-Pfalz konzentrieren.

(Foto: Soeren Stache/dpa)
  • Dreyer will sich aus der ersten Reihe der Bundes-SPD zurückziehen.
  • Am Wochenende werden die designierten neuen Parteivorsitzenden Esken und Walter-Borjans voraussichtlich formell ins Amt gewählt. Dann endet Dreyers Zeit als kommissarische Vorsitzende.
  • Die beim Mitgliederentscheid unterlegene Geywitz will als Parteivize kandidieren.

Nach dem Ende ihrer Zeit als kommissarische Vorsitzende der SPD will sich Malu Dreyer von der SPD-Spitze zurückziehen. Die Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz sagte der Deutschen Presse-Agentur: "Ich habe mich entschieden, mich nach dem Parteitag der SPD auf unser schönes Bundesland zu konzentrieren."

Nach dem Rücktritt von Andrea Nahles als SPD-Chefin hatte Dreyer den Posten im Juni übergangsweise zunächst zusammen mit Thorsten Schäfer-Gümbel und Manuela Schwesig übernommen. Nach deren Rückzug stand sie seit Oktober alleine an der Parteispitze. Dort wird sie voraussichtlich am Wochenende abgelöst, wenn die designierten neuen Parteivorsitzenden Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans beim Bundesparteitag formell ins Amt gewählt werden.

"Wir müssen an verschiedenen Stellen für eine starke SPD kämpfen"

"Ich war gerne Stellvertreterin und ich war auch sehr gerne kommissarische Bundesvorsitzende unserer wunderbaren Partei", sagte die 58-Jährige. Sie habe immer gesagt: "Ich bin in erster Linie Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz", sagte Dreyer. "Ich habe vor und nach der Wahl gesagt: Die SPD braucht alle; wir müssen an verschiedenen Stellen für eine starke SPD kämpfen." Deswegen werde sie auch weiterhin auf Bundesebene Verantwortung übernehmen: als Koordinatorin der SPD-Länder und als Ministerpräsidentin in den Gremien der Partei.

Ihre Entscheidung zum Rückzug habe sie aber schon vor einiger Zeit getroffen. Die beiden Kandidatenduos für die SPD-Spitze, Esken/Walter-Borjans und Klara Geywitz/Olaf Scholz, habe sie bereits vor dem Ergebnis des Mitgliederentscheids am Wochenende informiert.

Geywitz will SPD-Vize werden und bekommt ostdeutsche Unterstützung

Derweil kündigte Geywitz nach ihrer Niederlage im Rennen um den Parteivorsitz ihre Kandidatur als stellvertretende Parteivorsitzende an. Ich werde beim Parteitag als Vizevorsitzende der SPD kandidieren", sagte Geywitz der Rheinischen Post. "Damit möchte ich meinen Beitrag leisten, um die Partei wieder zu einen", so die 43 Jahre alte Potsdamerin. "Ich möchte mich als Vizevorsitzende insbesondere für die Gleichstellung von Frauen und Männern und die Belange der Ostdeutschen einsetzen."

Unterstützung bekommt sie dabei von Mecklenburg-Vorpommerns SPD-Landeschefin Manuela Schwesig. Der Osten müsse in der neuen Parteispitze stark vertreten sein, sagte die Ministerpräsidentin den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. "Deshalb werden die ostdeutschen Landesverbände in Absprache mit den designierten Parteivorsitzenden Klara Geywitz als stellvertretende Vorsitzende vorschlagen." Sie sprach von einem "Zeichen für Zusammenhalt über unterschiedliche Positionen hinweg".

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