Sigmar Gabriel kommt 1959 in Goslar zur Welt. Seine Eltern trennen sich, als er drei Jahre alt ist. Gabriel muss bei seinem autoritären Vater wohnen, bis seine Mutter sieben Jahre später das Sorgerecht für ihn erkämpft. Mit 18 Jahren entdeckt Gabriel, dass der Vater NSDAP-Mitglied war und nach dem Krieg Nazi geblieben ist. Gabriel ist zu diesem Zeitpunkt schon Mitglied der Falken, einer SPD-Jugendorganisation. 20 Jahre spricht er nicht mit seinem Vater.

Die Öffentlichkeit erfährt erst viel später vom Nazi-Vater des SPD-Politikers. Als eine rechtsradikale Zeitung 2011 über den kranken Walter Gabriel und seinen herzlosen Sohn Sigmar schreibt, greifen auch andere Zeitungen das Thema auf. Gabriel äußert sich nicht - bis zum Tod des Vaters 2012. Der Zeit erzählt er schließlich von seiner schweren Kindheit im Haus des Vaters, der Unmöglichkeit einer Beziehung zu ihm - und der großen Dankbarkeit gegenüber seiner Mutter Antonie. Das Bild zeigt Mutter und Sohn nach der Wahl Gabriels zum niedersächsischen Ministerpräsidenten im Jahr 1999.

Bild: picture-alliance / dpa 14. November 2013, 09:212013-11-14 09:21:39 © Süddeutsche.de/ipfa/olkl/ebri/mcs