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Spannungen in Nahost:Ägypten erwägt Abzug des Botschafters aus Israel

Deutliches Signal aus Kairo: Als israelische Soldaten die Verantwortlichen für einen Anschlag verfolgten, töteten sie mehrere ägyptische Sicherheitskräfte. Das Nachbarland droht nun damit, seinen Botschafter aus Israel abzuberufen.

Die ägyptische Regierung erwägt, ihren Botschafter aus Israel abzuziehen. Das sagte ein Sprecher des Außenministeriums in Kairo der Nachrichtenagentur dpa. Am Morgen hatte die Regierung noch mitgeteilt, der Rückruf des Botschafters sei beschlossene Sache.

"Ein solcher Schritt ist nicht ausgeschlossen", sagte der Sprecher. "Aber er wird nicht überstürzt getroffen." Der Diplomat solle solange nicht auf seinen Posten zurückkehren, bis sich Israel für den Tod von mehreren ägyptischen Grenzsoldaten und voreilige und bedauerliche Erklärungen entschuldigt habe, hatte es geheißen.

Stunden später sagte der Sprecher des Ministeriums dann, auf eine solche Erklärung Israels werde gewartet, bevor es eine endgültige Entscheidung über den Verbleib des Botschafters in Tel Aviv gebe.

In der Nacht zum Freitag wurden nach Angaben des Innenministeriums in Kairo entlang der ägyptisch-israelischen Grenze bis zu fünf ägyptische Grenzwächter getötet. Sie seien aufgrund "willkürlicher Schüsse während einer Suchoperation an der Grenze" ums Leben gekommen. Am Donnerstag waren bei einer Serie von Terroranschlägen im Süden Israel mehrere Israelis getötet und verletzt worden.

Der Libanon hat unterdessen im Weltsicherheitsrat eine Verurteilung der Anschlagsserie verhindert. Einen Entwurf für eine entsprechende Erklärung hatten die USA eingebracht. Der Vertreter des Libanons habe das Dokument nicht unterzeichnen wollen, so Diplomaten in New York. Notwendig wäre die Zustimmung aller 15 Ratsmitglieder gewesen.