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Spanische Region in Geldnot:Katalonien prüft Finanzhilfe aus Madrid

Die zweitstärkste Wirtschaftsregion Spaniens kann sich aus eigener Kraft kaum mehr finanzieren. Nun denkt Katalonien laut darüber nach, Unterstützung von der Regierung in Madrid zu beantragen. Es wäre schon die dritte Region, die um Hilfe ruft.

Die in Finanznot geratene spanische Autonome Gemeinschaft Katalonien prüft, ob sie bei der Regierung in Madrid Finanzhilfe beantragen wird.

Der Beauftragte der zweitstärksten Wirtschaftsregion Spaniens, Andreu Mas-Colell, hatte dem britischen Sender BBC gesagt, Katalonien verfüge über keine andere Bank als die spanische Regierung. "Jeder weiß, wie es auf den Märkten aussieht", sagte Mas-Colell. Es sei "normal", dass sich Katalonien an die "Bankendienste" der Zentralregierung wende.

Eine Sprecherin der Regierung Kataloniens relativierte die Aussagen und erklärte, die Region habe noch nichts entschieden. Die Beantragung von Finanzhilfen bei der Regierung sei eine "eine Möglichkeit, die geprüft wird". Sie räumte ein, dass Katalonien seit einem Jahr erhebliche Finanzierungsengpässe habe.

Die Katalanen legen traditionell Wert auf große Unabhängigkeit von der Zentralregierung Wert. Die aktuelle Regionalregierung wird von gemäßigten katalanischen Nationalisten dominiert.

Dem Nachrichtenportal El Confidencial zufolge beläuft sich der Schuldenstand Kataloniens insgesamt auf rund 48 Milliarden Euro. Davon müssen dem Bericht zufolge im Laufe dieses Jahres fast 13,5 Milliarden Euro refinanziert werden.

Am Freitag hatte bereits die Region Valencia erklärt, sie benötige Finanzhilfen aus Madrid. Auch die Region Murcia hat mit Blick auf einen vom Staat bereitgestellten Liquiditätsfonds mehrmals laut über einen Hilfsantrag nachgedacht.

© Süddeutsche.de/AFP/kemp/luk

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